Silvretta Classic
08. - 11. Juli 2010
Silvretta Classic
Zur Rallye der Motor Klassik
Dornier und Rolls Royce Museum
Oldtimer Busreise
„Heidi, Heidi, Deine Welt sind die Berge,
Heidi, Heidi, denn da oben bist Du zu Haus,
dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein,
Heidi, Heidi, braucht man zum Glücklichsein ……“
Alle kennen sicher dieses beliebte Kinderlied. Heidi, so heißt auch unser Oldtimerbus, einer der Stars der alljährlichen Reise zur Silvretta Classic.
Boxenstop hat vor 10 Jahren im tiefsten Schwarzwald, genau genommen im „Hotzenwald“, einen Saurer Oldtimerbus gefunden. Der Vorbesitzer, ein Omnibusunternehmer, hatte das gute Stück schon ordentlich restauriert, wollte es aber abgeben, da er sich mehr für Omnibusse mit einer langen Schnauze interessierte. Wir haben uns seinerzeit den Saurer Omnibus angeschaut, wussten nach wenigen Minuten: Der ist es. Auf der rund 160 km langen Heimreise schnurrte der Saurer richtig gemütlich vor sich hin. Von Anfang an war klar: Dieser Bus muss getauft werden. Aber auf welchen Namen? Irgendwo, zwischen Donaueschingen und Rottweil, kam die zündende Idee, beinahe eine göttliche Eingebung: „Heidi“. Das war der Name, der nicht besser hätte passen können. Irgendwie sieht unsere Heidi auch wirklich wie die Heidi von den Bergen aus: Knitzes Gesicht, manchmal etwas frech, lange Zöpfe, ein paar Sommersprossen oder wie wir im Schwäbischen sagen: „Rossmucken“. In jedem Fall, der Name passt. Die vielen tausend Gäste, die sich mit der Heidi bereits vergnügt haben, waren jedenfalls ähnlicher Ansicht.
Unsere Heidi hat 1962 im schweizerischen Arbon den Asphalt dieser Welt erblickt. Sie war damals ein modernes Gefährt. Heute ist sie es nicht mehr. Wenn wir sie 48 Jahre später neben einen modernen Omnibus parken, haben wir den Eindruck, dass die technische Entwicklung bei diesen großen Fahrzeugen noch rasanter fortgeschritten ist als bei Pkw’s.
Die Heidi hat zum Beispiel noch keine Servolenkung. Ihr Chauffeur, meist ist es die treue Seele Heinz Epple, hat Schwerstarbeit zu leisten. Seinerzeit waren Omnibusfahrer noch richtige Kerle, eben Kraft-Fahrer. Der Chauffeur sitzt auf der rechten Seite. Diese Sitzposition war im Gebirge, in den Alpen, häufig verbreitet. Denn auf der rechten Seite kann der Chauffeur die Fahrbahn wesentlich besser ausnutzen. Das Getriebe, der Gangwechsel, geht relativ modern. Die Heidi hat ein elektrisches Vorwählgetriebe. Der Fahrer hat einen ganz kurzen Hebel, heute würde man dazu Stick sagen. Diesen betätigt er bereits, bevor er die Gänge wechseln möchte. Sobald er die Kupplung tritt, schaltet das Getriebe automatisch. Also wirklich richtig modern.
Die Heidi wurde ursprünglich an das Schweizer Militär ausgeliefert. Für den „Komiß“ wird vieles mehr oder weniger narrensicher konstruiert. So auch bei der Heidi. Ihre Bremsen werden mit Druckluft betätigt. Wie es das Wort bereits sagt, wird dazu ein bestimmter Luftdruck benötigt. Ohne ihre 8 bar geht nichts, öffnen sich die Bremsen keinen Millimeter. Bei modernen Omnibussen wird der Bremsdruck durch ein Kontrollinstrument angezeigt. Bei der Heidi natürlich auch. Aber zusätzlich wurde am linken Fensterholm ein ca. 30 cm langer Metallstab angebracht. Wenn der Bremsdruck nicht ausreicht, steht dieser Stab im rechten Winkel im Sichtfeld des Fahrers. Wenn Sie so wollen: Der Fahrer hat das berühmte Brett vor seinem Kopf. Erst wenn der zulässige Bremsdruck erreicht ist, verschwindet der Zeiger aus dem Blickfeld.
Diese wenigen technischen Details mögen Ihnen zeigen, dass die Heidi schon ein besonderes „Weib“ ist. Sie sollten Sie erst einmal in Aktion erleben! Ihr 160 PS starker Niederflurmotor treibt ganz ordentlich vorwärts. Immerhin 78 km schnell. Bergauf geht`s meist etwas langsamer. Aber auf der Ebene entwickelt sich die Heidi zu einer flotten Maus.
Aber trotzdem gilt: Wer mit der Heidi reist, entdeckt den Charme des langsamen Dahingleitens. Die Heidi hat ein stabiles Stahl Chassis. Der Aufbau ist dagegen aus Aluminium. Kein pobeliger rostanfälliger Stahl. Nein, bei Saurer wurde immer nur das Beste verarbeitet. Wer im zweckmäßig eingerichteten Innenraum Platz nimmt, ist zwar durch Stahl und Aluminium von der Außenwelt abgeschirmt. Und trotzdem empfindet jeder eine Fahrt durch Felder und über Wiesen, als befände er sich direkt in der Natur. Klar, wem`s zu warm wird, der öffnet ein Fenster, lässt sich frische Luft um die Nase wehen.
Bei unserer Reise zur Silvretta Classic ist diese außerordentlich beliebte hochkarätig besetzte Rallye das Ziel. Klar! Aber die Fahrt nach Vorarlberg ins Montafon ist genauso ein Erlebnis. Das ist das reizvolle an dieser Reise. Der Weg ist wirklich das Ziel.
Weite Teile der Silvretta Classic rollen auf Straßen im österreichischen Vorarlberg. Von anderen Reisen ins Ausland wissen Sie, dass es immer einen guten Eindruck macht, wenn Sie die Landessprache und sei es nur ein kleinwenig, beherrschen. Vorarlberg ist da nicht anders wie in Italien oder England. Deshalb werden wir auf der Anreise einen kleinen Vorarlberger Sprachkurs anbieten. Die Reiseleitung liegt, wie in all den Jahren zuvor, zumeist in den bewährten Händen unserer werten Mitarbeiterin, Frau Herrenkind. Genannt „Elke Bell“. So wurde sie vor ein paar Jahren - gut, ist doch länger als man glaubt - vor ein paar Jahrzehnten, in Österreich geboren. Im letzten Jahr hat sie beim Festival of Speed in Goodwood, die 24-Stunden Le Mans Rennlegende Derek Bell, persönlich kennengelernt. Seither ist es um sie geschehen...
Sie stammt aus Vorarlberg. Von ihr können Sie mehr oder weniger aus erster Hand, aus berufenem Mund, die Landessprache lernen. Ein klein wenig „Vorarlbergerisch“ wollen wir heute bereits vermitteln. Wenn Sie jemand begrüßen sagen Sie einfach: Hoi. Wenn Sie sich verabschieden: Pfüite oder Servus. Wenn Sie an der Hotelbar etwas bestellen möchten: I hätt’ gern a Bier, an Surgsprützta wiess (Weissweinschorle sauer), an Süassgsprützta wiess (Weissweinschorle süss), a Almdudler, usw... , „Mei ischt des doll“ heißt: Ist das schön. „Se kond scho“ bedeutet: Sie kommen schon, und wenn Sie am Samstag die Heimreise antreten können Sie sagen: „moamer scho hoam goa“? Wenn Sie Ihrem Mann oder Ihrer Frau etwas schönes ins Ohr flüstern wollen, sagen Sie einfach „I han di gern“. Darüber würde sich Ihr Partner sicher freuen. Bei einer Pause im Straßencafè oder wenn Sie am Wegesrand sitzen und weit über 100 Teilnehmer der Silvretta Classic an Ihnen vorbeibrausen. Wir sind damit beim 3. wichtigen Inhalt dieser Reise: Langsam durch die Lande gleiten, schöne hochkarätige Autos schauen und Zeit für Erholung und Freizeit genießen.
Die Reise zur Silvretta Classic ist alljährlich fester Bestandteil des Boxenstop Reiseprogramms. Wir kennen keine Rallye, die gleich von der ersten Ausgabe an, ein solch grandioser Volltreffer war. Wenn die Motor Klassik ruft, räubern die namhaften Hersteller ihre Museen. Mercedes Benz, Porsche, Volkswagen, Audi, Opel sind alljährlich mit Hochkarätigem vertreten. Meist sitzen bekannte, ja sogar berühmte Persönlichkeiten am Volant, zeigen, dass sie auch geübt mit altem Blech umgehen können. Die Silvretta Classic ist das „Who is who“ der historischen Ausfahrten.
Die Hochkaräter sind das Eine, die Alltagautos das Andere. Bei der Silvretta Classic kommt jeder auf seinen Geschmack, findet sein Lieblingsfahrzeug.
Das österreichische Montafon ist ein optimales Geläuf. Auch das macht den Reiz der Silvretta Classic aus. Berg und Tal, steile Auf- und Abfahrten werden von den Rallyeorganisatoren ideal miteinander verknüpft. Absoluter Höhepunkt ist natürlich die Bieler Höhe, sie misst stolze 2.037 Meter. Aber auch die anderen Berge sind nicht von schlechten Eltern, erfordern gut PS`e, aber vor allem wirkungsvolle Bremsen.
In den Bergen wirken alte Autos immer recht imposant. Wer zügigen Vortrieb verlangt, muss dem rechten Pedal, dem Gashebel, oftmals „saures“ geben. Bergauf fahren macht richtig Laune, wenn`s zügig voran geht. Aber nicht nur in den PS starken 8- und 12-Zylinder. Nein, auch mit kleineren Motoren, die meist nicht mehr als vier, wenn nicht sogar nur über zwei Zylinder verfügen. Wem Hubraum fehlt, holt sich die Leistung über Drehzahlen. Alle Motoren, die großen wie die kleinen, posaunen aus ihren Auspuffrohren ein unvergleichliches Lied in die frische Vorarlberger Luft. Von den Bergen hallt das Echo, wie es schöner im besten Heimatfilm nicht sein könnte. „Wie klingts von der Höh’ Holladriöh“, so singts Wolfgang Ambros in dem Kult „Der Watzmann“. Bei der Silvretta Classic klingts anders: „brumm, wrommm, wrommm, wrommm“. Schade, dass Papier nicht singen kann. Denn sonst hätten Sie bestens verstanden, was wir meinen: „wrommm, wrommm, wrommm.“
Seit vier Jahren besuchen wir die Silvretta Classic immer von Donnerstag bis Samstag. Das hat sich bewährt. Denn Freitag und Samstag sind die hochkarätigen Publikumstage. Die Streckenführung ist dieses Jahr ein wenig anders, deshalb haben wir auch wir unser Programm entsprechend angepasst. Am Sonntag ist die Rallye vorbei, findet noch die Siegerehrung statt. Da wird kaum mehr Fahrerlebnis vermittelt. Boxenstop Gäste müssen mitten dabei sein. Das sind sie halt nur am Donnerstag und Freitag.
Donnerstag, 08. Juli, Erster Silvretta Classic Tag
Heidi und Dornier
Um 7.00 Uhr startet die schöne Reise nach Österreich. Die Heidi hat die gesamte Nacht in ihrer Garage unruhig verbracht. Sie freut sich mordsmäßig wieder mit Gästen auf Reise zu gehen und zu demonstrieren, was sie noch alles drauf hat.
Vom Betriebshof Schnaith geht`s los. Hier können Sie Ihr Fahrzeug kostenlos parken. Über die Schwäbische Alb geht’s Richtung Schwäbisches Meer, zum Bodensee. Unterwegs laden wir zu einem Frühstück ein. Wer nichts arbeitet, soll wenigstens gut essen. Auch da wollen wir nochmals den Watzmann bemühen. Die Boxenstop Gäste schieben jedenfalls bei dieser Reise keinen Hunger. Ganz im Gegenteil.
Um 10.30 Uhr erreichen Sie Friedrichshafen. 2009 hat das Dornier Museum erstmals seine Pforten geöffnet. In einem modernen, äußerst ansprechenden Gebäude mit 5600 qm, schön eingebettet in den 25.000 qm großen Landschaftspark, direkt am Flughafen Friedrichshafen gelegen, wird die Geschichte, die Pionierleistung des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier dargestellt. Mittelpunkt sind 12 (richtige) Flugzeuge, die berühmten Do’s und Flugmotoren. Klar, die Do 27, der Senkrechtstarter Do 31 oder die Merkus sind die Stars, die aus nächster Nähe betrachtet werden können. Die Fliegerei ist das Eine, der Aufbruch ins All das Andere. Im Dornier Museum können über 100 Jahre spannende Luft- und Raumfahrtgeschichte erlebt werden. Sie erfahren mehr bei einer Führung. Danach laden wir Sie ein ins Museumsrestaurant zum Mittagessen.
Nach dieser eindrucksvollen Führung nimmt die Heidi Kurs auf’s Montafon. Der 6-Zylinder-Motor aktiviert nochmals alle PS’e, die ihm zur Verfügung stehen. Und das sind mit 160 nicht allzu wenig. Sie erreichen Schruns, rechtzeitig mit der Zielankunft der Silvretta Classik Teilnehmer. Das Team der Motor Klassik, voraussichtlich Hr. Köpke selber, begrüßt Sie und händigt Ihnen Ihr Vip-Paket aus. Motor Klassik und Boxenstop sind seit vielen Jahren Partner, unterhalten gerne Menschen mit Schönem. Auch in diesem Jahr. Nach Eintreffen des letzten Teilnehmers geht’s dann auf kurzer Strecke weiter bis nach Gaschurn zum Hotel Verwall.
Dieses gut geführte Familienhotel ist bei unseren Gästen äußerst beliebt. Am Abend, bei einem sehr guten Mehrgängemenü haben alle Gäste massig Gesprächsstoff. Die Reise mit der Heidi, das Dornier Museum, der Zieleinlauf der Silvretta Classic Teilnehmer in Schruns. Alles zusammen hat ein wunderschönes Reisebild ergeben.
Freitag, 09. Juli, Zweiter Silvretta Classic Tag
Eine kurze Nacht liegt hinter Ihnen. Denn heute gilt es bald aus den Federn zu klettern. Bekanntlich hat Morgenstund Gold im Mund. Sie wollen heute Morgen hoch hinaus nach dem Motto: „Im Frühtau zu Berge wir ziehn fallera, es grünen die Wälder, die Höhn fallera. Wir wandern ohne Sorgen und singen in den Morgen, bevor noch im Tale die Hähne krähn.“ Kennen Sie dieses beliebte Volkslied? Menschenskinder, wie heißt es nochmal? Im Frühtau zu Berge. Gewusst?
Wenn Sie heute Morgen das Hotel verlassen, erwartet Sie ein moderner Reisebus. Ja, was ist mit der Heidi? Die hat heute Ruhetag. Ruhetag? Ja, wir wollen dieser älteren Dame, sie geht mittlerweile immerhin schnurstraks Richtung 50, die Anstrengungen zahlreicher Berg- und Talfahrten nicht (mehr) zumuten. Wir wollen Ihnen heute soviel wie möglich Silvretta Classic zeigen. Und das geht besser in einem modernen Omnibus. Die Heidi soll sich ausruhen und Kräfte sammeln für den morgigen Tag. Denn da kommt sie wieder voll und ganz auf den Asphalt.
Im modernen Komfortreisebus geht’s auf die Bielerhöhe. Dort oben auf über 2000 m müssen Sie vor 7.30 Uhr ankommen. Denn danach sperren die österreichischen Gendarmen die imposante Passauffahrt für die Teilnehmer der Silvretta Classic.
Wie meist im Leben hat die Sperrung und das damit verbundene, frühe Aufstehen, auch sein gutes. Die Teams der Silvretta Classic können zur Bielerhöhe gnadenlos hochdüsen, ohne dass sie mit Gegenverkehr rechnen müssen. An diesem Pass geht’s wirklich sportlich zu. Nur wenige verzichten darauf, ihre Drosselklappen voll zu öffnen. Die Autos können wirklich zeigen, was in ihnen steckt. Bei einigen hat man den Eindruck, dass es vielmehr ist, als sie je hatten. Mein Gott, schießen die 4-, 6-, 8- und 12-Zylinder gnadenlos die Steigung hoch, machen den Berg, ohne mit der Wimper zu zucken nieder. „Hinter Dir geht`s abwärts, vor dir steil bergauf“. Diese Weisheit aus dem „Watzmann“, die auch für`s Leben taugt, gilt heute Morgen. Eine Kehre nach der anderen wird mit Gummi überzogen. Mit jedem Höhenmeter mehr, verändert sich das Gas-/Luftgemisch. Aber auch mit der dünnen Höhenluft kommen die sportlichen Motoren gut zurecht.
Männer seien oftmals wie Kinder, sagen manche. Dem widerspricht das männliche Geschlecht natürlich auf das Entschiedenste. Allerdings, wenn Sie das breite Grinsen der männlichen Teilnehmer der Silvretta Classic sehen, kommen doch gewisse Zweifel ...
Auf der Bielerhöhe befindet sich eine Kontrollstelle. Eine Pause gibt’s in dieser luftigen Höhe nicht. Ist vielleicht auch gut so, damit die heißen Motoren bergab wieder etwas abkühlen können. Hier oben kommen Sie an die Silvretta Classic Teilnehmer hautnah ran. Oft schon hat ein Autogramm auf allen möglichen Gegenständen dessen Besitzer beglückt.
Sobald die Strecke frei ist, und das letzte Team die Bielerhöhe verlassen hat, geht`s auch für Sie bergab. Aber dieses Jahr in die andere Richtung. Sie fahren den Silvretta Classic Teilnehmern hinterher, vorbei an Ischgl – Kappl - bis kurz vor Landeck. Dann trennen sich die Wege wieder. Die Route der Silvretta Classic Teilnehmer führt weiter über See, Imst, Hahntennjoch, Schoppernau, Faschina nach Gaschurn. Sie aber nehmen im modernen Komfortreisebus die Abkürzung über den Arlbergpaß, Flexenpaß, Lech, zum Hochtannbergpaß. Hier machen wir unsere Mittagspause. Auf freier Wildbahn brausen die Silvretta Classic Teilnehmer vorbei.
Ein moderner Reisebus hat gegenüber der Heidi schon einige Vorzüge. Kein Wunder, dieser ist auch ca. 45 Jahre jünger. Und bringt Sie viel zügiger aber auch komfortabler von einem Programmpunkt zum anderen. Zurück in Gaschurn geht’s zum Pfarrhaus. Aber nicht beten ist angesagt. Nein, wir laden Sie ein zu einer Schnapsprobe. Dort, wo man es am allerwenigsten vermuten würde, gab es schon so manche Schnapsverkostung. Pfarrer Joe Egle setzt seit 20 Jahren Heilschnäpse an. Sein für einen Geistlichen ausgefallenes Hobby brachte ihm den Spitznamen „Schnapspfarrer“ ein. Pfarrer Egle fühlt sich dadurch nicht gehänselt, im Gegenteil, geschmeichelt. Denn der Seelsorger steht voll und ganz zu seinem Hobby: „Andere machen Besinnungen über Rosenkranzgeheimnisse oder über Gebete für Taufen. Ich mache Belehrungen über Heilschnäpse und das Wohlbefinden des Menschen“, so sagt er. Bücher sind bereits verlegt worden, selbst das Fernsehen hat über den ungewöhnlichen Pfarrer berichtet. Nach dieser interessenten „Schnapsstunde“ besuchen Sie in Gaschurn das Dörfli-Fest und sehen den Zieleinlauf der Silvretta Classic Teilnehmer. Ab jetzt ist wieder unsere Heidi der große Star. Das Hotel Verwall liegt nur einen Steinwurf entfernt. Wer möchte, fährt mit unserer Heidi zurück zum Hotel, oder macht einen gemütlichen Spaziergang.
Apropos verabschieden: Sie bleiben ebenfalls nicht lange in Ihrem Hotel. Denn ein zünftiger Hüttenabend steht heute auf dem Programm.
Den Abend überschreiben wir mit Almenrausch und Edelweiß. Ein Lied aus unserem reichhaltigen Volksliederfundus „Almenrausch und Edelweiß, ew`ger Firn und Gletschereis, und wir zwei g`hörn a derzua, Sennerin und Sennerbua“.
Nehmen Sie den Titel nicht allzu wörtlich. Andererseits, in luftiger Höhe können Sie heute Abend bedenkenlos das eine oder andere Gläschen Wein zu sich nehmen. Ihr Führerschein ist Ihnen bei einem gemütlichen Hüttenabend völlig Wurst. Boxenstop ist ja dabei und sorgt für eine problemlose Heimreise.
Wir wär`s eigentlich, wenn Sie in dieser luftigen Höhe ein Lied gen das Tal schmettern würden? Wär doch nicht schlecht. Wie wär`s mit „Wenn wir erklimmen?“

Samstag, 10. Juli, Dritter Silvretta Classic Tag
Vandans und St. Gallenkirch stehen für Sie heute im Zeichen des Grand Prix. Ab 10.30 Uhr ist diese kleine Stadt wieder wie alljährlich bei der Silvretta Classic vom Rennfieber erfasst. Es gibt dieses Jahr aber nicht nur eine Rundkursprüfung in Vandans. Die Silvretta Classic Teilnehmer starten um 11.00 Uhr und düsen danach über Brand, Latschau nach St. Gallenkirch und weiter zum Ziel nach Partenen. Unsere Gäste sind beim Start in Vandans dabei und bei der Bergprüfung in St. Gallenkirch. Hier laden wir Sie ein zum Mittagspicknick, bevor Sie dann am Nachmittag, gut gestärkt wieder Platz nehmen in der Heidi. Jetzt heißt es leider Abschied nehmen von der Silvretta Classic. Wir haben noch ein letztes Schmankerl für Sie: Sie besuchen unterwegs das Rolls Royce Museum in Dornbirn. Bleiben wir bei unserem Vorarlberger-Sprachkurs „Dorabira“. Wenn Sie das auf Anhieb nicht aussprechen können, keine Sorge. Die Elke Bell bringt`s Ihnen bei.
In Dornbirn befindet sich die weltgrößte Rolls Royce Sammlung. Familie Vonier hat vor Jahren ein Museum für diese Edelmarke aus dem englischen Crew aufgebaut. Vor allem der Senior Franz Vonier ist ein Rolls Royce Spezialist par excellence. Was er über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hat, ist schlichtweg sensationell, raubt den Atem. Sie lernen diese Sammlung bei einer Führung durch einen Angehörigen der Familie Vonier, mit etwas Glück vielleicht durch Franz Fonje persönlich, kennen. Sie werden dabei auch erfahren, dass der Farbwechsel im Schriftzug Rolls Royce, von rot auf schwarz, nichts mit dem Tode von Mister Royce zu tun hat. Aber das ist nur ein Detail. Sie werden außergewöhnlich vieles über Rolls Royce, die Philosophie, den Geist, erfahren. In diesem Museum geht es ausgesprochen „very britisch“ zu. Als Englandfan fühlt sich das Boxenstop in diesem Rahmen außergewöhnlich wohl. Das sollen sich auch unsere Gäste. Deshalb laden wir zu Tea and Cake ein. Wenn dann noch die englische Nationalhymne ertönt, meinen Sie, die englische Queen würde vorfahren, um beim jährlichen „Trooping the colour“, die Parade ihrer Truppen, abzunehmen.
Nach dieser eindrucksvollen Führung nimmt die Heidi endgültig Abschied und Kurs Richtung Heimat zurück ins Schwäbische. Unterwegs sortieren Sie die Bilder, die so massiv auf Sie in den letzten Tagen eingeströmt sind. Erneut über die Schwäbische Alb geht`s zurück nach Tübingen. Unterwegs laden wir Sie ein zu einem warmen Abendessen. Denn Sie wissen ja, nichts ist schlimmer wie Hunger, möglicherweise nur noch Heimweh. Gegen 22.00 Uhr biegt die Heidi zum Betriebshof Schnaith zur Endstation der diesjährigen Silvretta Classic ab.
Boxenstop und die Heidi freuen sich heute schon auf ihre Gäste.
Unsere Leistungen für Sie:
- 2 x Übernachten mit Frühstücksbüffet im Hotel Verwall (4-Sterne) in Gaschurn inkl. 1 x Abendmehrgängemenü
- Zünftiger Hüttenabend mit einem guten 3-Gänge Menü
- Eintritt/Führung Dornier Museum Friedrichshafen
- Eintritt/Führung Rolls Royce Museum Dornbirn
- Schnapsprobe mit Pfarrer Joe Egle
- Vip-Paket der Motor Klassik
- Bordfrühstück am Anreisetag
- Mittagsimbiß im Dornier Museum
- 2 x Mittagspicknick
- Kaffee und Kuchen
- Abendessen auf der Heimreise
- Reiseleitung/Bordservice
- Reise im Oldtimerbus „Heidi“ und Komfortreisebus (Samstag)
Ihr Reisepreis:
Pro Person € 445,--
Einzelzimmerzuschlag € 40,--



