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B.i.G.-Tour 2012


Der Osten ruft
Land und Leute
Polen, Masurische Seenplatte, Breslau, Warschau  
28. Juli bis 08. August  

Wir sind ehrlich. Eigentlich sollte unsere diesjährige B.i.G. Tour nicht nach Masuren führen. Wir hatten anfangs ein starkes Auge geworfen auf Slowakei, Karpaten und Polens Süden. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Einige äußerst treue B.i.G. Tour Gäste haben uns immer wieder, zum Teil leicht schäl gefragt: „Gell, 2012 führt die B.i.G. Tour in die Masuren?“ Sie haben uns zwar nicht das Messer auf die Brust gesetzt. Aber zu spüren war schon etwas. Ganz leicht. Vielleicht haben wir uns das auch nur eingebildet. Denn in die Masuren, eines der schönsten Gebiete Europas, muss das Boxenstop Team weder gedrückt, schon gar nicht geschoben werden. Dieser nördliche Teil Polens stand schon einmal im Zentrum einer B.i.G. Tour. Wir erinnern uns immer wieder gerne an diese Reise in ein Land, das die kommunistischen Ketten wirksam verschrottet hat und sich mit Riesenschritten in Richtung Mitte Europa auf den Weg macht. Polen, bei weitem nicht nur die Masuren, sind klasse. Wir haben wiederholt Reisen zu unseren östlichen Nachbarn organisiert. Jedes Mal waren unsere Teams begeistert. Von der Natur, der Landschaft, den Städten, vor allem aber von den Menschen. „Gast im Haus – Gott im Haus“ - lautet ein altes polnisches Sprichwort. Der Gast ist König. So abgedroschen dieser Spruch mittlerweile in unseren Regionen auch ist. In Polen trifft er zu, hat er eine andere Bedeutung. Nicht nur in Restaurants. Vor allem in Familien. 

Polen gehört zu Europa. Dafür steht seine 1000jährige Geschichte. Das Land bildet eine Brücke zwischen Ost und West. Slawische Herzogtümer, Preußische Stämme, Deutschordensstaat. Alle drei Epochen belegen die bewegte Geschichte, stehen für eine außergewöhnliche kulturelle Vielfalt. Hier liegt ein Ursprung für die sprichwörtliche Toleranz dieser Menschen gegenüber anders Denkender und besonderer Lebensstile. 

Die deutsch-polnische Geschichte ist außergewöhnlich. Sie währt schon einige Jahrhunderte. Sie reicht vom friedlichen nebeneinander bis zu unvorstellbar scheußlichen Verbrechen. Vor allem während des zweiten Weltkrieges. Wer Polen erstmals besucht, befürchtet möglicherweise, er müsse deswegen einige Male das Genick einziehen. Muss er nicht. Das Boxenstop Team kennt Polen, hat dort schon einige Wochen, ja Monate verbracht, viele tausend Kilometer zurückgelegt, Städte besucht, Menschen auf dem Land und in der Stadt kennengelernt. Noch nie, wir formulieren`s so absolut, wie wir dies erlebt haben und meinen, konnten wir Vorbehalte spüren oder gar feststellen. Wir wurden immer freundlich empfangen, zuvorkommend behandelt. Eben: Gast im Haus, Gott im Haus. 

Polen ist ein sicheres Land. Allen Unkenrufen zum Trotz. Es muss jedenfalls kein Vergleich zu Ländern in Südeuropa scheuen, die regelmäßig gerne von Deutschen besucht werden. Bei keiner Boxenstop Reise haben sich unsere Gäste gefährdet gefühlt oder von einer brenzligen Situation gesprochen. Die Autos waren ebenso immer gut aufgehoben. Dazu vielleicht eine nette Geschichte von unserer ersten Polen Reise „Von Pommern nach Pommern“. 

Bei dieser Reise, Sommertraum 2002, lag der Start in Hamburg. Die erste Station in Polen war Stettin, das heutige  Szczecin. Wir hatten eine Stadtführung gebucht. Alle Autos wurden mitten in der Stadt auf einem großen Platz geparkt. Wir waren noch relativ unerfahren. Deshalb haben wir die Autos mehr oder weniger ineinander verschachtelt. Zusätzlich hat das Boxenstop Team Wache geschoben und zwar an allen vier Ecken. Zugegeben: Wir fühlten uns zunächst etwas mulmig, verunsichert. Unsere Teams gingen zur Stadtführung. Wir blieben zurück. Bald kamen die ersten Passanten, schauten sich die Wagen vorsichtig an. Nach kurzer Zeit fragte uns ein junger Mann, ob er die Autos fotografieren dürfte. Wir verstanden zunächst seine Frage nicht. So etwas sind wir aus unseren Gefilden wirklich nicht (mehr) gewohnt. „Klar, so viel Sie wollen“, war unsere Antwort. Weitere Menschen kamen, fotografierten mehr oder weniger was das Zeug gehalten hat. Immer wieder wurden wir auf Deutsch oder Englisch zu den Autos befragt. Der Auftritt war offenkundig so sensationell, dass Freunde und Bekannte über Handys, sie waren seinerzeit  in Polen bereits weit verbreitet, „alarmiert“ wurden. Am Ende waren knapp 100 Personen zugegen, bewunderten die für sie oftmals fremden Fahrzeuge. Alle schauten nur mit ihren Augen. Keiner versuchte eine Tür aufzureißen oder gar im Auto Platz zu nehmen. Das war schon beeindruckend, wie rücksichtsvoll fremdes Eigentum betrachtet wurde. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einer Viertelstunde war unsere Lagebeurteilung eindeutig: Alte Autos sind hier nicht gefährdeter als in anderen Breitengraden. Wenn überhaupt. Dieses gute Gefühl hat bisher nie getrogen.  

Polen begeistert. Mit seiner landschaftlichen Vielfalt, vor allem der masurischen Seenplatte, dem ehemaligen Ostpreußen. Wunderschöne, ewig lange Alleen bilden über Kilometer hinweg ein schützendes Blätterdach. Auf den Straßen, zumindest außerhalb der Ballungsräume und fernab der Hauptverkehrsachsen ist wenig bis nichts los. Auf dem Land geht`s beschaulich zu. Der Lebensstandard ist bescheiden, manchmal sogar ärmlich. Trotzdem scheinen die Menschen zufrieden zu sein. Sie freuen sich jedenfalls mächtig darüber, wenn Boxenstop Gäste mit ihren Autos vorbeikommen, warten gespannt auf das nächste, winken freundlich. Wahrscheinlich kennen die wenigsten die Marken. Aber sie gefallen ihnen. Diese Menschen haben offenkundig einen guten Geschmack. 

Boxenstop wählt natürlich, wenn`s irgend geht, keine Hauptverkehrsstraßen, sondern abgelegene, verkehrsarme Sträßchen, die sich in die Natur einschmiegen. Sie befinden sich meist in einem ordentlichen bis guten Zustand. Den Fördertöpfen der europäischen Union sei`s gedankt. 

Und dann natürlich die Städte wie Warschau, Breslau, Lodz, Torun, Posen. Sie sind allesamt städtebauliche Juwelen, mit langer Geschichte. 

Die B.i.G. Tour 2012 ist keine Bildungsreise. Dieser Anspruch wird nicht erhoben. Aber bei dieser Rundreise erleben Sie ein Bild von Land und Leute, an das Sie sich gerne zurückerinnern wollen. Spätestens nach der B.i.G. Tour sind Sie sicher, wie wichtig und richtig es war, Polen 2004 in die europäische Union aufzunehmen. Die Polen wollen in die Euro-Zone. Das ist ihr nächstes großes Ziel. Sie werden es schaffen. Dieses Land hat schon andere grundlegende Schwierigkeiten bewältigt. 

Der Verzicht auf die Gebiete östlich von Oder und Neiße hat die Wiedervereinigung Deutschlands erst möglich gemacht. Damit hat unser Land einen wichtigen Beitrag zum Frieden in Europa geleistet. Mit der Freizügigkeit, die wir nunmehr innerhalb der Europäischen Union genießen, ist dieser Verzicht relativ leicht zu verschmerzen. Wir haben das große Glück, dass wir heute völlig problemlos jederzeit Länder bereisen dürfen, wo Spuren und Wurzeln Deutscher Geschichte vielerorts zu erleben sind. Gott sei Dank vergessen wir Menschen Negatives, die Schikanen, denen wir Deutschen über Jahrzehnte ausgesetzt waren, wenn wir in den Ostblock reisen wollten. In was für einer glücklichen Zeit leben wir. Knapp 70 Jahre Frieden hat es in Europa noch nie gegeben. Tragen wir unseren Teil dazu bei, dass es so bleibt, besuchen wir Polen. 

Boxenstop wird im Sommer 2012 einmal mehr die schönsten Landstriche unserer östlichen Nachbarn besuchen. Sie auch? Gehen Sie doch mit. Erleben Sie spannende Urlaubstage. 

Was uns wichtig ist:

Die Tagesetappen betragen regelmäßig um die 200 km. Mehr soll`s grundsätzlich nicht sein. Wenn`s im Einzelfall doch mal weiter geht, bitten wir um Nachsicht. Oftmals sind die Mehrkilometer der Hotelsituation gedankt. 

„Der Osten ruft“ ist eine Entdeckungsreise. Kein Urlaub zum Faulenzen. Wer am Strand liegen und sich dort bräunen möchte, ist bei dieser Reise fehl am Platz. 

Das Boxenstop Team wird im Frühjahr Polen besuchen um die B.i.G. Tour endgültig vorzubereiten. Dann kommt die Zeit für`s Fine-Tuning, das jede Boxenstop Reise auszeichnet. Alles was wir bei der Vorbereitung erfahren, fließt in das umfangreiches Roadbook ein. Jeden Kilometer haben wir persönlich kennengelernt und abgefahren. Unsere äußerst umfangreichen Aufschriebe werden später in das Roadbook unserer Teams übernommen. Wir zeichnen nicht nur den Weg von A nach B auf, sondern geben viele nützliche Informationen über Land und Leute. 

Auf die Boxenstop Roadbooks ist Verlass. Auf unsere „Strecken können Sie bauen“. Die Etappen sind mit Worten, nicht mit Rallyechinesisch beschrieben. Sie entlasten den Beifahrer, können, wenn Sie so wollen, durchaus „friedensstiftend“ wirken. 

Allein nur Streckenbeschriebe von A nach B zu erstellen wäre uns zu wenig. Das kann nicht sein. Wir führen an kulturelle, städtebauliche und landschaftliche Höhepunkte. Deshalb taugen auch keine Computerprogramme. Wir stellen unser Reiseprogramm vor Ort zusammen. Jede Boxenstop Reise trägt ihre eigene Handschrift. Keine Reise entspricht der anderen. Die Reiseprogramme werden mehr oder weniger bis kurz vor Schluss optimiert. Deshalb bitten wir auch um Verständnis, wenn wir uns Änderungen vorbehalten. 

Alle Teams genießen mehr oder weniger grenzenlose Freiheit. Sie entscheiden selbst darüber, um welche Uhrzeit der morgendliche Startschuss fällt. Unser Roadbook ist eine Empfehlung, keinesfalls bindend. Konvoi fahren wird von uns nicht vorgegeben. Das kann jeder halten wie er will. Wer Pokale, Bestzeiten, Fahrübungen im Visier hat, wird enttäuscht. Auf diesem Sektor bieten wir nichts, absolut gar nichts. Wir wollen, dass unsere Gäste ihren Urlaub, die oftmals knappe Freizeit, maßlos genießen und ihre Neugierde stillen können. Bei unseren Reisen legen wir immer auf das gemeinsame Abendessen wert. Deshalb muss das Tagespensum spätestens bis 20.00 Uhr abgearbeitet sein. 

Die gesamte Reise wird vom Boxenstop Team und unserem Werkstattwagen, dem „Max“ begleitet. Im „Max“ transportieren wir täglich die Koffer unserer Gäste. Er dient als Pannen- und Abschleppfahrzeug. Und zu guter letzt: Unser „Max“ befördert auch eine mehr oder weniger formidabel ausgestattete Feldküche. Die kommt immer wieder bei diversen Picknicks zum Einsatz. Die Boxenstop Picknicks sind legendär, außerordentlich beliebt. Eigenlob hat oftmals ein „Gschmäckle“. So sehen wir das auch. Aber was unsere Picknicks anbelangt, dürfen wir uns schon etwas auf die Schultern klopfen. Denn wir tischen zum Teil richtig leckere Sachen auf, fernab unserer (schwäbischen) Heimat. 

Bevor die B.i.G. Tour richtig startet, gilt es einige hundert Kilometer Richtung Osten zurückzulegen. Der Startschuss fällt im sächsischen Görlitz. Mit der Zielflagge wird 10 Tage später in Berlin gewunken.  Solch weite Anfahrten zählen nicht unbedingt zum Gelben vom Ei. Sie führen meist über Autobahnen, entfachen keine Jubelstürme. Wie könnten sie auch? Deshalb bieten wir einen Autosammeltransport an. Klar, ein solcher Autotransporter schlägt sich im Budget nieder. Allerdings werden schlaue Rechner schnell feststellen, dass sie bei  eigener Anreise nicht viel sparen. Wenn überhaupt.  

Die Teamfahrzeuge gehen verschleißschonend mit Transportern auf die Reise. Unsere Gäste reisen komfortabel im Boxenstop 4-Sterne Komfortreisebus. 

Für Teams aus dem Westen, Osten oder Norden lohnt sich der Umweg über Tübingen wahrscheinlich nicht. Sie fahren auf direktem Weg nach Görlitz. 

Der Autotransport startet in Tübingen voraussichtlich am 26. Juli. Alle Autos können bereits Tage vorher angeliefert werden. Sie werden im Betriebshof der Firma Omnibus Schnaith unter Dach sicher abgestellt.

Samstag, 28. Juli
Anreise 

Morgenstund hat Gold im Mund. Um 7.00 Uhr startet der Boxenstop Komfortreisebus Richtung Osten. Bereits um 6.00 Uhr öffnen wir das Boxenstop. Das ist praktisch. Vor allem für Gäste, die von weit her kommen. Sie wollen sich aus verständlichen Gründen nicht bis auf die letzte Minute raus lassen, bauen deshalb einen Puffer ein. Meist wird er zwar nicht benötigt. Aber sicher ist sicher. Unsere Gäste sollen nicht ungemütlich auf der Straße warten (müssen). Deshalb laden wir im  Boxenstop zu Kaffee und ofenfrischen Butterbrezeln ein. Die Alltagsautos werden im naheliegenden Parkhaus Brunnenstraße geparkt. Klar, auf Boxenstop Kosten.  

Über die Autobahn Stuttgart-Würzburg-Fulda-Kassel-Hof-Dresden erreichen Sie am späten Nachmittag Görlitz. 

Unterwegs servieren wir unser beliebtes Bordfrühstück. Später laden wir zu einem warmen Mittagspicknick ein.  

Görlitz war einst die Hauptstadt der Lausitz. Sie ist Grenzstadt. An der Görlitzer oder Lausitzer Neiße endet unser gutes Deutschland. Die Stadt ist Sitz eines evangelischen Bischofs. Das Zentrum stammt aus dem späten            19. Jahrhundert. Hauptsehenswürdigkeiten sind die  Frauenkirche, das Warenhauszentrum, sowie das massige Rondell des Kaisertrutz. 

Sie übernachten in einem guten 4-Sterne Hotel. Hier wartet auch Ihr Auto auf Sie. Beim Wiedersehen kommt Freude auf. 

Beim Begrüßungsaperitif werden alle Teams vorgestellt. Sie sollen ja schließlich wissen, mit wem Sie Ihren Urlaub verbringen. Um 20.00 Uhr dürfen Sie sich auf das erste Mehrgangmenü dieser Reise freuen. Ein typisches Gericht aus der Lausitz. 

 

Sonntag, 29. Juli
Der Osten ruft 

Das Vorspiel ist aus und vorbei. Die Sache wird „ernst“. Sie bedienen sich vom Frühstücksbüffet, stärken sich für den Tag. Nach wenigen Kilometern überqueren Sie die Neiße, erreichen Sie die Volksrepublik Polen. Görlitz wurde nach dem 2. Weltkrieg geteilt. Der am Ostufer gelegene Teil heißt nunmehr Zgorzelec. 

Die ersten Kilometer gehen Ihnen sicher etwas zaghaft von der Hand. Das ist meist so in einem fremden Land. Ihr Ziel ist Breslau, mitten im schlesischen Tiefland gelegen. Sie fahren mehr oder weniger entlang der Sudeten. Durch das Hirschberger Tal erreichen Sie das gleichnamige Hirschberg, heute Jelenia Gora. Diese Stadt ist Verwaltungs- und Kulturzentrum der Region, und Bischofssitz. Sie ist seit alters her ein wichtiger Handelsplatz. Die mittelalterliche Stadtanlage ist in Teilen erhalten. Der Marktplatz ist einen Besuch wert.  Das imposante Rathaus wird von einer Reihe farbenprächtig bemalter Kaufmannshäuser umrahmt. In dieser schlesischen Stadt müssen Sie erstmals die Anker werfen. Da kommen Sie nicht daran vorbei. Davor hat Boxenstop zu einem warmen Picknick eingeladen. Das ist am ersten Tag besonders wichtig. Unsere Gäste, unsere Reisetruppe soll schnellstmöglichst zusammenwachsen. 

Ihr nächstes Ziel ist Sroda Slaska, eine der ältesten Siedlungen an der Handelsstraße von Deutschland nach Russland. Hier gilt es den ovalen Marktplatz zu besuchen. 

Am späten Nachmittag laufen Sie ein in Breslau, das heutige Wroclaw, die wichtigste Stadt Schlesiens. Diese Stadt, im Dreiländereck gelegen, ist ein krasser Gegensatz zu Niederschlesien mit seiner malerischen ruhigen Schönheit. Hier herrscht quirliges Treiben und Leben.  

Breslau hat unter dem 2. Weltkrieg mächtig gelitten. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, erstrahlt in neuem, altem Glanz. 

Sie übernachten in einem guten 4-Sterne Hotel in Breslau.

 

Montag, 30. Juli
Breslau, Lodz 

Breslau müssen Sie erleben. Wahrscheinlich kommt keiner unserer B.i.G. Tour Gäste  alle Tage hier vorbei. Sie lernen deshalb bei einer Stadtführung das alte Zentrum kennen. Dominsel mit Johanneskathedrale, Doppelkirche zum Heiligen Kreuz und St. Bartholomäus, eine architektonische Rarität.  

Das Bierbrauerhandwerk genießt in Schlesien eine lange Tradition. Das Schweidnitzer Bier ist eines der bekanntesten. Es wird im Kellergewölbe des Rathauses angeboten. Der Weg dorthin lohnt sich doppelt. Zum einen wegen des Gerstensaftes, zum anderen wegen des Marktplatzes und seinen Bürgerhäusern.  

Rings um das Rathaus wurde die Altstadt ähnlich einem Schachbrettmuster angelegt. Der Marktplatz, der Rynek, wird Sie begeistern. 

Von Breslau müssen Sie sich losreißen. Diese Stadt würde Sie locker einen Tag lang unterhalten. So viel Zeit haben Sie allerdings nicht.  Keine 30 Kilometer von Breslau entfernt, thront auf einem Hügel Oels, das polnische Olesnica. Schon von weitem  sehen Sie die ehemalige kurfürstliche Residenz, ein eindrucksvolles Beispiel der Renaissancearchitektur. Wieder so ein Punkt, an dem Sie ohne Stopp nicht vorbeifahren dürfen. Geht gar nicht.  

Auf abgelegenen Sträßchen erleben Sie eine Zeitreise. Das bäuerliche, ländliche Polen wird Sie faszinieren. Am Ende der heutigen Tagesetappe erwartet Sie die zweitgrößte Stadt Polens, Lodz. 

Sie übernachten in einem guten 4-Sterne Hotel.

 

Dienstag, 31. Juli
Die Hauptstadt naht 

Eigentlich müssten Sie Lodz ebenfalls näher kennenlernen.  Aber die Zeit dafür haben Sie nicht. Sonst ginge die B.i.G. Tour locker deutlich länger. 

Heue ist der Tag der  Gegensätze. Auf der einen Seite Lodz, aber erst recht Warschau, auf der anderen der Kampinoski Nationalpark. Der Tag wird spannend. In Zelazowa Wola wurde Frederic Chopin geboren. In einem Museum werden Leben und Werke des berühmtesten polnischen Komponisten dargestellt. Die alte Handelsstadt Lowicz ist bekannt für ihre Trachten in leuchtenden Farben. Hier kommen auch Technikfans auf ihre Kosten. Unmittelbar neben der Straße Warschau-Posen, befindet sich die erste Brücke die aus Stahl zusammengeschweißt wurde.  

Heute wird`s wieder eng. Die Minuten, Stunden gehen wie im Flug vorüber. In Wasowien, so heißt dieser Landstrich, reiht sich ein touristisches Ziel an das andere, wie Perlen auf einer Kette. 

Apropos Ziel: Heute Abend erreichen Sie Warschau und Ihr zentral gelegenes Hotel Le Meridien Bristol.

 

Mittwoch, 1. August
Warschau 

Erinnern Sie sich noch an die autofreien Sonntage anfangs der 70-er Jahre? Sicher. Sie geben Ihrem Auto heute auch frei. Sie besuchen Warschau. Zu Fuß und mit Bus. Die polnische Hauptstadt an der Weichsel gelegen, ist das Herzstück von Wasowiens. Hier leben 1,8 Millionen Menschen. Warschau ist das wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Da streiten sich zwar die Gelehrten. Einige machen sich für Krakau stark. Was soll`s? Warschau ist Landeshauptstadt. Das ist eigentlich Antwort genug. Diese Stadt hat eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde im 2. Weltkrieg nahezu zerstört. Innerhalb von drei Jahrzehnten wurde die Altstadt neu aufgebaut, so originalgetreu, dass die UNESCO das gesamte Stadtviertel zum Weltkulturerbe erhoben hat. 

Der Marktplatz, wie könnte es anders sein, markiert das Zentrum. Hier herrscht jahraus, jahrein buntes Treiben. Künstler bieten Gemälde an. In den stattlichen Bürgerhäusern haben sich gut sortierte Antiquitätengeschäfte breit gemacht. Einige schöne Kaffeehäuser wie Kamienne Schodki oder das Cafe Krokodyl, laden ein.  

Schwaben, aber nicht nur dieser Volksstamm, zieht`s in die Konditorei Blickle, bekannt für ihre Kuchen und Torten. Die Gründer dieser Konditorei haben offenkundig schwäbische Gene. Anders ist der Name nicht zu erklären. Wir werden uns erkundigen. 

Das Königschloss aus dem 13. Jahrhundert ist auch „ein Muss“. Vor allem wegen seiner herrlichen Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert und dem damit verbundenen Glanz. 

Mit Sicherheit biegen Sie auch auf den Krolewski, einen historisch bedeutsamen Prachtboulevard ein. Er verbindet das Königschloss mit der Vorstadtresidenz Wilanow. 

Wir könnten Ihnen noch viel von Warschau vorschwärmen. Das würde allerdings den Rahmen sprengen. Wir lassen es dabei bewenden. Allerdings zu guter letzt: Warschau gehört zu den europäischen Hauptstädten, die Sie einmal besuchen müssen.  

Freuen Sie sich auf Warschau. Zum Mittagessen laden wir Sie in ein schönes Restaurant ein. 

 

Donnerstag, 2. August
Zurück auf die Straße – on the Road again 

Warschau ist schön. Da werden Sie uns beipflichten. Hier können Sie locker 2/3 Tage verbringen - ohne Langeweile.  

Ihr Ziel ist heute erneut das historische Masowien. Es hat im frühen Mittelalter Krakau und Vilnius, die beiden ehemaligen Hauptstädte der polnisch litauischen Krone, verbunden. 

Wenige Kilometer außerhalb Warschaus beginnt der Nationalpark Kampinoski. Einer von 23, die allesamt ein Gebiet von 312000 Hektar überlagern. Ausgedehnte Moore, Dünen, sowie Kiefer- und Laubwälder formen eine eindrucksvolle Landschaft. 

Sie folgen dem Lauf des Flusses Narew. Sie erreichen Pultusk, eine der ältesten Städte. Dieser Ort hat zweimal kernig Geschichte geschrieben. Napoleon hat hier gegen die russische Armee gekämpft. Das war 1806. 62 Jahre danach hat der Spruch „Alles Gute kommt von oben“, einen prächtigen Dämpfer mit einem riesigen Meteoriteneinschlag erfahren. Rein statistisch gesehen ist das Risiko gering, dass Ihnen heute ähnliches widerfährt. Wir halten unseren Schirm über Sie. Solche (Rettungs-) Schirme sind derzeit ja außerordentlich beliebt. 

In diesem Teil Masowiens erleben Sie mehr oder weniger auf Schritt und Tritt deutsch/polnischen Geschichte. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe säumen Ihren Weg. Die Soldatenfriedhöfe sind das Eine, die schönen Holzhäuser das Andere. Auf dem Weg nach Myszyniec, der Hauptstadt Kurpies, können Sie sich daran kaum satt sehen.  

In einer so schönen intakten Landschaft ist das Boxenstop zum Handeln gezwungen. Deshalb laden wir zu einem Picknick ein. 

Wie wär`s mit einem Abstecher nach Lomza, mit seiner sehenswerten gotischen Kathedrale? Die Kurpie war einmal eine reich gesegnete Bernsteingegend. In Lomza werden die schönsten Stücke ausgestellt. 

Sie übernachten in Lomza in einem guten 4-Sterne Hotel. 

 

Freitag, 3. August
Die masurische Seenplatte 

Am Ziel? Vordergründig ja. Tatsächlich nein. Denn der Weg, die gesamte Reise, ist Ihr Ziel. Die masurische Seenplatte, das beliebteste Urlaubsziel Polens, ist sicher ein Höhepunkt. Nicht der einzige.  

Mit jedem Kilometer Richtung Norden wächst die Zahl der Seen.

Masuren ist die Harfe und das Spiel der Winde. So hat der Dichter Hansgeorg Buchholtz einst seine Heimat beschrieben – richtig zutreffend. 

Allein schon der Name Masuren weckt  Gefühle und Empfindungen. Offiziell hat es nie eine historische Region Masuren gegeben. Kein Land, kein Fürstentum. Nichts. Trotzdem verbindet jeder mit Masuren weites Land, intakte Natur, Seen, Birken, Alleen, heile Welt. Auf der heutigen Tagesetappe liefern wir Ihnen den Beweis dafür, dass Sie mit Ihren Gefühlen richtig liegen. Sie passieren Nikolaiken, am Ufer des Sniardwysees. Dieser Ort wird gerne als „Venedig Masurens“ tituliert. Wir lehnen solche Vergleiche ab. Nikolaiken, mit seinen gedrungenen Häusern aus dem 19. Jahrhundert, ist einzigartig. So wie Venedig andererseits auch. Es bedarf keines Vergleichs. Der  Sniardwysee oder Spirdingsee ist mit 11380 h der größte in Polen. 

Ihre Tagesetappe schließen Sie in Sensburg, dem heutigen Mragowo, ab. Dieser friedliche Flecken wird von zwei großen Seen eingerahmt. Er ist der ideale Ausgangspunkt für eine Rundfahrt durch die masurischen Seenplatte. Diese steht allerdings erst morgen auf dem Programm. Sie übernachten im Hotel Mercure Mrongovia.

 

Samstag, 4. August
Romantik 

Sie können den Tag heute noch viel gelassener angehen als die anderen Tage der B.i.G. Tour. Denn Koffer packen ist heute nicht angesagt. Sie übernachten ein weiteres Mal im Hotel Mercure Mrongovia. Irgendwann im Laufe des Vormittags starten Sie Ihren Motor für eine malerische Rundfahrt durch die masurische Seenplatte. Zuvor haben Sie Gelegenheit den Komfort Ihres Hotels, vor allem den Wellnessbereich, zu erleben und nutzen. 

Wir verzichten heute bewusst darauf, Ihnen die Fahrtroute zu beschreiben. Diesen Tag möchten wir in aller Ruhe vor Ort für Sie austüfteln und uns nicht von vornherein festlegen. Vertrauen Sie uns. Es wird sehr speziell. Wir versuchen Ihre Vorstellungen, Ideale, die Sie mit Masuren verbinden, zu bedienen. Möglicherweise auch bei einer Bootsfahrt. Denn vom Wasser aus können Sie die unglaubliche Natur förmlich spüren.  

 

Sonntag, 5. August
Nikolaus Kopernikus 

Hier in dieser Gegend hat der geniale Astronom Nikolaus Kopernikus gewirkt. In Allenstein, Ihr erstes Ziel des Tages, hat er in der gotischen Burg aus dem 14. Jahrhundert an seinen astronomischen Tabellen gearbeitet. Papier war damals knapp. Deshalb hat er seine Entdeckungen auf den Klosterwänden festgehalten. „Er hielt die Sonne an und setzte die Erde in Bewegung“.  

Nikolaus Kopernikus wurde 1473 in Thorn als Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes geboren. Thorn, oder auf polnisch Torun, ist heute Ihr Etappenziel. Auf dem Weg dorthin begegnen Ihnen sicher wieder Störche. Die gibt`s wie Sand am Meer. Sie sind hier heimisch und sorgen gut für Nachwuchs. 

Thorn liegt am Südrand des Kulmerlands, zu beiden Seiten der Weichsel. Diese Stadt zählt zu den schönsten Polens. Vor allen Dingen der mittelalterliche Stadtkern ist ein Juwel erster Güte. Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert als Handelszentrum gegründet. Sie gehörte lange Zeit zur Hanse. Der alte Wohlstand ist immer noch zu erleben. Er hat alle Wirren der Geschichte ordentlich überstanden. Thorn ist nach wie vor ein wichtiges wissenschaftliches und kulturelles Zentrum. Sie sollen diese Stadt bei einer Führung kennenlernen. Um diese Jahreszeit steht im Osten Europas die Sonne lange am Horizont. Sie nutzen die Gunst der Stunde, machen sich erst nach dem Abendmehrgangmenü auf den Weg. Er lohnt sich. 

 

Montag, 6. August
Altes Polen 

Der Abschied von Thorn fällt Ihnen schwer. Da haben wir verdammt viel Verständnis. Heute touren Sie durch Großpolen, einer Region, die von der polnischen Geschichte am stärksten geprägt wurde. Die großartige Natur hilft den Abschiedsschmerz von Thorn zu lindern. Die Tagesetappe endet in Posen, der westlichsten Stadt Polens. Der Weg dorthin ist erneut mit wunderschönen Seen und riesigen Wäldern gespickt. Obwohl Sie diese eindrucksvolle Natur schon seit Tagen erleben, können Sie davon nicht genug bekommen. Sie fahren auf der Piastenroute und damit durch die ältesten Siedlungen. Gnesen liefert den entsprechenden Beweis. Die auf Hügeln erbaute Stadt war die erste Hauptstadt Polens. Wie wär`s mit einer Nostalgiedampffahrt zwischen Wenecja und Znin? Wenn dieses kleine Bähnchen heute verkehrt, sind Sie dabei. Denn „von hinten“ sieht Polen wieder anders aus. 

Biskupin und sein archäologischer Park stehen für ganz alte,  prähistorische Geschichte. Heute gilt es wieder Prioritäten zu setzen. Schließlich peilen Sie Posen, ein städtebauliches Highlight, an. 

Die Stadt wurde im 2.Weltkrieg heftig beschädigt. Davon ist aber heute mehr viel zu sehen. Die Altstadt wurde, ähnlich wie Warschau, in ihrer ursprünglichen Gestalt rekonstruiert. Posen müssen wir Ihnen vorstellen. Sonst wären Sie uns Gram. Würden die Welt nicht mehr verstehen. Das wollen wir nicht.

 

Dienstag, 7. August
Der Heimweg, die letzte Etappe, Berlin, das Adlon 

Menschenskinder, das darf doch nicht wahr sein. Heute sollen Sie Polen schon wieder den Rücken kehren. Sie haben sich doch so lange auf diese Reise gefreut. Möglicherweise gehören Sie spätestens heute auch zur Fangemeinde. Wie das Boxenstop Team. Uns gefällt dieses Land, das so vielfältig, vielschichtig, abwechslungsreich ist. Wer das gute alte Europa nur einigermaßen kennenlernen möchte, kommt an Polen nicht vorbei. Es wäre ein Fehler, Europa auf den Süden und Westen zu begrenzen. Der Osten ist genauso spannend. Erst recht, seit die Völker die Kommunisten zum Teufel gejagt haben und der eiserne Vorhang in einem Geschichtsmuseum zu erleben ist. Polen ist einen Besuch wert. Nein, es ist zwei, drei oder viele Besuche wert. 

Zwischen Berlin und Warschau besteht seit alters her eine stabile wirtschaftliche Achse. Warschau haben Sie bereits besucht. Berlin noch nicht. Also geht`s dort heute hin. Mehr oder weniger auf schnellem Weg legen Sie die rund 250 km nach Berlin zurück. Berlin und Polen haben in ihrer jüngsten Geschichte zahlreiche Parallelen. Allein schon deshalb ist  Berlin der würdige Zielort. Hier steht ein Hotel, das weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Das Adlon. In diesem traditionsreichen Hotel Unter den Linden, unmittelbar am Brandenburger Tor gelegen, findet die B.i.G. Tour einen würdigen Abschluss. Den haben Sie verdient. Wir wollen Sie nochmals richtig verwöhnen. Beim Abendmehrgangmenü werden Sie Ihre Gespräche immer wieder an den letzten Tagen fest machen. 

Sie sollten die paar Schritte zum Brandenburger Tor gehen und das schön beleuchtete Symbol der Freiheit bewundern. Soweit erlaubt, legen Sie den Arm um Ihre Begleitung, rufen Sie die Bilder der letzten Tage ab: Vom ländlichen, dörflichen Polen, eindrucksvollen Städten, bescheidenen, aber zufriedenen Menschen, von Seen, intakter Natur, von einem wichtigen Teil Europas, den Sie kennengelernt haben. Wenn später über Polen gesprochen wird, sind Sie auf der Höhe der Zeit, können Sie schöne Eindrücke aus erster Hand vermitteln.

 

Mittwoch, 8. August
Ab in den Süden
Heimreise

Für diesen Tag bedarf es nicht mehr vieler Worte. Sie reisen im 4-Sterne Komfortreisebus zurück nach Tübingen. Natürlich drehen Sie noch eine Runde in Berlin. Diese Stadt ist so dynamisch, Sie soll Ihnen bei einer einstündigen Rundfahrt vorgestellt werden. Klar, das ist kurz. Aber Sie erhalten einen feinen Eindruck von unserer Bundeshauptstadt, die mittlerweile wirklich kein Vergleich mehr mit anderen europäischen Hauptstädten scheuen muss. Berlin hat sich gemausert. 

Mehr oder weniger auf kurzem Weg geht`s von Berlin zurück nach Tübingen. Ihr Old-/Youngtimer folgt Ihnen auf dem Autotransporter mit ein paar Stunden Verspätung. 

 

Unsere Leistungen für Sie:

  • 11 x Übernachten mit Frühstücksbüffet in ausgewählten, guten Hotels inkl. Abendmehrgängemenü
  • Oldtimertransport auf offenen  Autotransportern Tübingen – Görlitz, Berlin – Tübingen
  • Sämtliche Eintritte/Führungen wie im Programm beschrieben
  • mehrfach Mittagspicknicks oder Mittagessen in Restaurants
  • B.i.G.-Tour Poloshirt
  • Koffer- und Pannenservice
  • Detailliertes Roadbook und Straßenkarte
  • Reisebegleitung Rainer und Ute Klink
  • Reiserücktrittskostenversicherung
  • 4-Sterne Komfortbusreise (nach gbk) ab Tübingen nach Görlitz und ab Berlin nach Tübingen zurück
  • Und wie immer einiges mehr...




Ihr Reisepreis:

  • 2 Personen im Doppelzimmer        €    5.360,--
  • Alleinfahrer im Einzelzimmer        €    3.380,--     


Kontakt/Buchung

Ich interessiere mich für diese Reise. Bitte nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit mir auf.

BIG Tour

 

Reise im Oldtimer oder Youngtimer

Text aus unserem Boxenstop-Magazin "Freizeit und Reisen" als PDF zum Download