Grand Prix Historique de Monaco
30.04. bis 03.05.2010
Komfortbusreise
Wir meinen, es ist an der Zeit, dass wir uns wieder einmal über Monaco unterhalten sollten. Konkret: über den Grand Prix Historique de Monaco, der nur alle zwei Jahre, heuer zum siebten Mal durchgeführt wird.
In den Häuserschluchten von Monaco wird seit dem 14. April 1929 gerannt. Gut, seinerzeit waren die Häuser nicht so hoch, die Schluchten nicht so tief. Aber etwas Besonderes war das Rennen gleich von Anfang an. 1929: Damals war Ettore Bugatti 48 Jahre alt. Enzo Ferrari feierte seinen 31., Juan Manuel Fangio war 18 Jahre alt. Colin Chapman, der geniale Lotus-Firmengründer nuckelte noch an seinen Daumen, Graham Hill und Stirling Moss befanden sich auf dem Weg zur Erde. Wissen Sie, wer der erste Sieger in Monaco war? Keine Sorge. Wir mussten es auch zuerst nachlesen, haben es auf Anhieb auch nicht gewusst. Es war William Grover. Er fuhr unter dem Pseudonym Williams. Der Brite, 1903 in Frankreich geboren, gewann auf einem Bugatti 35 B mit einem 8-Zylinder 2,3 Liter Kompressor-Motor. Er legte die 100 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km zurück. 1930, ziemlich genau ein Jahr später am 6. April landete Bugatti einen Dreifach-Sieg. René Dreyfus aus Nizza gewann vor dem Monegassen Louis Chiron. Alle Rennen in der Stadt, "Course dans la cité“ waren ein Riesenerfolg. Bei der sechsten Ausgabe 1934 kamen zwischen einhundert- und zweihunderttausend Besucher. 1937 siegte Manfred von Brauchitsch auf einem Mercedes Benz W125 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 101 km/h. Danach wurde in Monaco bis 1948 nicht mehr gerannt. Giuseppe Farina hat sich nach dem Krieg mit seinem Maserati 4CLT als erster in die Siegerlisten eingetragen. In diesem Jahr fand das erste Motorradrennen statt. Leider stürzte in Sainte Dévote ein Engländer zu Tode. Danach waren die Zweiräder endgültig aus Monaco verbannt. 1949 wurde noch einmal pausiert. Aber seit 1952 geht die Post jährlich ab. Der elfte Monaco Grand Prix wurde zur Beute von Juan Manuel Fangio auf einem Alfa Romeo 158. In diesem Jahr kreuzt der junge Engländer Stirling Moss erstmals im Cooper JAP Formel 3- Rennwagen auf. Er gewann das Formel 3 – Rennen, was ihm später noch drei mal gelingen sollte. Wir könnten die Geschichte der Monaco Stadtrennen weiter erzählen. Allerdings würde der Rahmen unseres Reisemagazins damit gesprengt. Aber in der Jahresausgabe 2012 gehen wir wieder auf die Geschichte ein. Versprochen! Gedulden Sie sich ein Weilchen.
1998 war ebenfalls ein weiterer Meilenstein. Der durchaus geschäftstüchtige Prinz Rainer III., hatte zusammen mit dem Automobilclub Monaco die Idee, wieder historische Rennwagen an den Start gehen zu lassen. Das war die Geburtsstunde des Grand Prix Historique de Monaco. Seither wird im Zwei-Jahres-Rhythmus, immer eine Woche vor oder nach dem aktuellen Grand Prix, mit alten Fahrzeugen auf dem Grand-Prix-Cours gerannt, genau wie zu ihrer aktuellen Zeit: Auf Teufel komm raus, das Messer zwischen den Zähnen, richtig schnell. Die Regel bei diesen Rennen ist total simpel: Gestartet wird zusammen. Wer als erster die Ziellinie überquert, hat gewonnen. Begreift eigentlich jeder.
Der historische Grand Prix in Monaco ist sicher neben LeMans die authentischste Veranstaltung. Es besteht kein Zwang zum Maskenball wie beim Circuit Revival in Goodwood. Die Zuschauer sitzen dort, wo die Zuschauer des aktuellen Grand Prix ebenfalls sitzen. Die Rennboliden jagen um den selben Kurs, genau so verbissen, genau so am Limit. In diesem Jahr fahren zum ersten Mal Formel 3-Rennwagen bis 1982. Diese Teile sind schon höllisch schnell, haben mächtig Dampf. Sie befinden sich in bester Gesellschaft. Denn Grand Prix Wagen mit Frontmotor, Sportwagen, aber vor allem Grand Prix Rennwagen mit Mittelmotor und die Formel 1-Rennwagen mit den 3-Liter Cosworth Motoren garantieren schon einen gewaltigen Auftritt. Hinzu kommt alljährlich die Parade von Ferrari Formel 1- Rennwagen. Wenn die Ferrari Clienti mit ihren zum Teil erst drei, vier Jahre alten Formel 1- Rennern durch die Häuserschluchten kreischen, bleibt kein Auge trocken. Die Augen leuchten, das Gehör wird strapaziert. Aber dagegen kann man ja bekanntlich etwas machen.
Wir wollten mit Ihnen über Monaco reden. Das ist uns hoffentlich gelungen. Haben wir Ihnen den Mund für ein wahnsinns-historisches Racespektakel wässrig gemacht? Uns würd´s freuen. Deshalb nun der Reihe nach:
Freitag 30.04.2010
Um 7 Uhr verlässt der Schnaith-KM-Komfort-Reisebus den Betriebshof in Tübingen. Hier stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. Über die A81 und durch die Schweiz, entlang des Vierwaldstädter Sees und durch den Gotthard Tunnel, führt Ihr Weg nach Italien. Unterwegs servieren wir Ihnen unser beliebtes Boxenstop-Bordfrühstück mit Kaffe. Hunger ist schlimm. Bei einer Boxenstop-Reise wäre er unerträglich. Deshalb laden wir unterwegs zu einem Picknick ein. Vorbei an Mailand führt der Weg nach Alessandria, der Heimat des berühmten Borsalino Hutes. Sie besuchen das mitten in der Stadt gelegene Museum mit seinen weit über tausend Kopfbedeckungen. Der Borsalino gehört zu Monaco. Viele Tausend Besucher haben dort im Laufe der Jahre solche Hüte (aus)getragen. Dieser modische Kopfschmuck wurde beileibe nicht nur von Edelmännern getragen, sondern teilweise auch von richtig kernigen Ganoven. Klar, es bleibt Ihnen auch noch etwas Zeit für die schöne Altstadt von Alessandria. Ein Kaffe, zusammen mit ein paar Profiteroles liegt immer drin. Am Abend biegen Sie zum Vier-Sterne Grand Hotel Londra in San Remo ab. Nach dem Begrüßungsaperitif freuen Sie sich auf ein Vier-Gang-Menü. Dieses Grand Hotel passt irgendwie zur historischen Veranstaltung in Monaco. Es hat eine unvergleichliche Ausstrahlung. Selbst wenn es, oder vielleicht gerade deshalb, weil es etwas in die Jahre gekommen ist. Vom Hotel bis zum Meeresstrand sind es maximal 100 m. Klar, nach einem solch langen Reisetag gönnen Sie sich noch einen Verdauungsspaziergang entlang der Seepromenade.
Samstag 01.05.2010
Sie bedienen sich vom Frühstücksbuffet. Man spürt deutlich die Spannung unserer Gäste auf den heutigen Tag. Diejenigen, die Monaco schon wiederholt besucht haben, wissen in etwa, was auf sie zukommt. Die Grand Prix Historique-Novizen sind gespannt darauf, ob Monaco wirklich so bombastisch ist. Seien Sie beruhigt: Es ist wirklich so. Im Komfort-Reisebus geht es auf kurzem Weg zu den Schnellen, Schönen und Reichen. Sie nehmen Ihren Sitzplatz auf der Casino-Tribüne ein, bewundern und applaudieren den Piloten, wenn sie in schrägen Drifts um eines der berühmtesten Spielcasinos der Welt driften. Vor allem die Piloten der Vorkriegsfahrzeuge haben alle Hände voll zu tun, damit sie ihre schmalen Gummis in Richtung halten. Da wird am Lenkrad gerudert und gesägt, dass es nur so eine Freude ist. Die Fahrer modernerer Fahrzeuge kurven zwar nicht so spektakulär am Lenkrad. Dafür kommen sie mit irrsinnigem Speed die Casino-Auffahrt herauf und stechen bergab zum Tunnel. Duncan Dayton aus USA, Jean Guikas aus Frankreich, Joaquin Folch aus Spanien, Robert Lamplough aus England und natürlich Martin Stretton, ebenfalls auf der Britischen Insel zuhause, sind schon wahre Könner ihres Fachs, richtige Lenkradvirtuosen. Der Tag vergeht wie im Flug auf ihrer hoffentlich sonnendurchfluteten Tribüne. Einen kleinen Nachteil hat Monaco. Streckenplätze im klassischen Sinn gibt es keine. Alle Zuschauer müssen die Tribünenräume aufsuchen. Davon gibt es 11 Bereiche. Sonst läuft das Rennen an jedem vorbei.
Unsere KulTour Gäste bleiben im Schnaith/ KM-Reisen Komfort-Reisebus sitzen. Für sie geht die Reise nach Frankreich, nach Cannes, einer der schönsten Städte an der Côte d´Azur. Sie lernen diese mondäne Stadt bei einer ausführlichen Stadtführung kennen. Natürlich führt Sie Ihr Stadtführer auch zu dem Palast, wo alljährlich die großen Filmstars auf dem roten Teppich defilieren. Sie können ja schon einmal vorsichtshalber üben...
Cannes ist auf seine Art richtig klasse. Hier fühlen Sie sich wohl. Sie genießen das bunte Treiben mit dem berühmten französischen Esprit. Sie haben auch Zeit zum Bummeln. Vielleicht erliegen Sie auch dem einen oder anderen modischen Angebot der zahlreichen Geschäfte.
Am späten Nachmittag reisen alle Gäste zurück, die KulTour- Liebhaber wie die Race-Fans nach San Remo zum Grand Hotel.
Heute Abend geht keinem der Gesprächsstoff aus. Da sind wir uns sicher. Der Tag war einfach zu attraktiv.
Sonntag 02.05.2010
Ein Tag Monaco muss sich jeder gönnen. Monaco bietet viel mehr als nur den Grand Prix Kurs. Erneut geht es nach dem Frühstück vom Buffet zurück nach Monaco. Am Sonntag haben wir für unsere Gäste Sitzplätze auf der Schwimmbadtribüne (Piscine Rainer III) gebucht. Von dieser Tribüne haben Sie einen völlig anderen Blickwinkel als am Tag zuvor am Casino. Am Freibad wird deutlich schneller gefahren, geht´s beinahe noch mehr zur Sache. Von dieser Tribüne können Sie auch die Boxengassen einsehen und den Start mitverfolgen. Allerdings eine Warnung sei bereits heute ausgesprochen: Auf dieser Tribüne ist es kernig laut. Denn die Rennwagen donnern beidseits vorbei. Deshalb hat Boxenstop vorgesorgt: Auf Wunsch geben wir Ihnen gerne Ohrenstöpsel aus. Wir wollen ja nicht, dass Sie am Montag schwerhörig nach Hause kommen. Während der Rennpausen können Sie die Tribüne verlassen. Nur wenige Schritte entfernt von der Rennstrecke spielt sich das normale Leben von Monaco ab. Durchaus erstaunt werden Sie feststellen, dass hier nicht alles extrem teuer sein muss. Wenn Sie nur etwas abseits gehen, finden Sie Restaurants, Straßencafes, Pizzerias mit durchaus vernünftigem Preisniveau.
Das Fahrerlager ist entlang des Hafenbeckens aufgebaut. Besucher haben dort normalerweise keinen Zutritt. Es sei denn, sie sind vom Boxenstop. Nein, Spaß beiseite. So weit reicht unser Arm auch nicht, dass wir das generelle Verbot aufgehoben bekommen. Aber: Wir wären nicht Boxenstop, wenn wir Ihnen nicht doch einen ganz heißen Tipp verraten könnten. Aber das machen wir nicht hier in unserem Reisemagazin. Das wäre zu gefährlich. Spion hört mit....
Die Formel 3- Rennwagen haben in diesem Jahr die Formel Junior Frontmotorrenner abgelöst. Wir sind auf diese erstmals auftretenden Renner gespannt. Denn Formel 3- Rennwagen, die knapp 30 Jahre auf ihren Rädern haben, können höllisch schnelle Geräte sein. Vorausgesetzt die entsprechenden Chauffeure sitzen am Volant. Aber davon wird es in Monaco massig viele geben.
Die Stunden in Monaco vergehen erneut wie im Cockpit. Irgendwann am Sonntag Nachmittag wird der letzte Sieger abgewunken, wird zum letzten Mal zu Ehren des Schnellsten seine Nationalhymne abgespielt, spritzen die Besten vor der Fürstenloge edlen Champagner in die Luft und über ihre Konkurrenten.
Sie verlassen Monaco, fahren heute Abend aber nicht sofort zum Hotel zurück. Nein, Sie sind aushausig. Wir laden Sie in ein Restaurant zu einem gepflegten Abend-Mehrgang-Menü ein. Wenn Sie sich schon zwei Tage in einer so vornehmen Welt bewegen, dann soll auch das Abendessen etwas Besonderes sein.
Montag 03.05.2010
Sie könnten nochmals nach Monaco hinüber fahren. Aber das würde heute nichts mehr bringen. Denn der Grand Prix Historique de Monaco ist out, der siebte ist Geschichte. Nunmehr gilt es wieder zwei Jahre lang darauf zu warten, bis kernige Rennmotoren die Häuserschlucht mit Leben erfüllen. Erst dann dürfen die 4, 6, 8, 10 und 12 Zylinder auf ihre Weise wieder das hohe C anstimmen.
Vorbei an Genua führt der Weg über Mailand, die Schweiz zurück nach Tübingen. Klar, unterwegs legen wir die eine oder andere Pause ein. Auch zum Kaffeetrinken, zu dem Boxenstop gerne einlädt. Aber grundsätzlich geht´s zügig zurück ins Schwäbische.
Unsere Leistungen für Sie:
- 3 x Übernachten mit Frühstücksbüffet im Hotel Londra (4-Sterne) in San Remo
- 2 x Abendmehrgängemenü im Hotel
- 1 x Abendmehrgängemenü in einem schönen Restaurant
- Eintritt Borsalino Mseum in Alessandria
- KulTourprogramm Samstag: Stadtführung Cannes
- Eintrittskarte Sonntag, Tribünenplätze
- Bordfrühstück auf der Anreise
- Mittagspicknick
- Kaffee und Kuchen
- Reiseleitung
- 4-Sterne Komfortbusreise nach gbk
Ihr Reisepreis
Pro Person € 685,--
Einzelzimmerzuschlag: € 110,--
Tribünenkarte Samstag: € Aufpreis