Uhren Spezial

23. bis 26. April 2012
Komfortbusreise
„Die Zeit ist eine Uhr ohne Ziffern.“ So hat Ernst Bloch die Frage beantwortet, „Was ist die Zeit?“. Ernst Bloch, einer der großen Philosophen lebte viele Jahre in Tübingen. Er ist hier im hohen Alter verstorben, hat seine letzte Ruhe gefunden.
Der große Schiller hat sich mit der „Zeit“ ebenfalls ausgiebig auseinandergesetzt:
Dreifach ist der Schritt der Zeit
Zögernd kommt die Zukunft herangezogen
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen
Ewig steht die Vergangenheit
Aller guter Dinge sind drei: Der deutsche Aphoristiker Werner Mitsch, geb. 1936, spricht von Wohlstand, wenn der Mensch mehr Uhren hat als Zeit.
Zahlreiche kluge Köpfe haben sich mit der Zeit beschäftigt. Wir wollen es mit weiteren Zitaten bewenden lassen. Denn das Thema unserer diesjährigen
Uhren Spezial
ist klar. Es geht um Zeit, vor allem um ihre Messung.
Auch in diesem Jahr dürfen wir zu einer
Uhren Spezial
einladen.
Glauben Sie bitte ja nicht, das sei selbstverständlich. Die Einladung. Klar. Aber was den Inhalt, den Besuch von Uhrenherstellern, von Manufakturen betrifft, ist es nicht selbstverständlich. Denn das Tür-Öffnen ist beileibe kein Selbstläufer. Das ist oftmals harte Arbeit, die von uns alleine nicht gestemmt werden kann. Aber wir wissen Herrn Michael Horlbeck in unseren Reihen. Er ist ein anerkannter Uhrenfachmann. Er verfasst Bücher, schreibt den Armbanduhren Klassik Katalog. Er ist mehr oder weniger ein wandelndes Lexikon. Und er ist ein Diplomat in Sachen Uhren. In zahlreichen Gesprächen, Besuchen, zig Telefonaten hat er für diese Reise wieder ganz famose Ziele zusammengeschmolzen wie Schweizer Schokolade. Schließen Sie ruhig mal Ihre Augen, legen Sie sich ein feines Stück auf Ihre Zunge, lassen Sie den braunen Kakao schmelzen, ganz langsam, spüren Sie das besondere Aroma, das Ihren gesamten Gaumen überkommt. Lecker, einfach lecker. Sie halten Ihre Augen bitte weiter geschlossen, lassen sich etwas Schönes ins Ohr flüstern. Eigentlich mehr hauchen. Hermès, Longines, Andemar, Piguet, Hublot, Jean Claude Biver, Dubois Dépraz, Pierre DeRoche, Zeitwinkel! Ruhe! Die haben Sie jetzt bitter nötig. Denn diese Namen sitzen. Sie kennen sich ja schließlich bei hochwertigen Uhren aus. Der Unkundige fragt möglicherweise erstaunt: Na und? Für den ist der Text unserer Uhren Spezial 2012 auch nicht bestimmt. Sondern für Fachleute, die es zu schätzen wissen, was wir ihnen mit einem kunstvoll geschmiedeten Silberlöffel mundgerecht einträufeln wollen: oberste Schweizer-Uhren-Sahne.
Also jetzt legen wir mal los. Aber in Ruhe: Denn Arbeit in Ruhe zu leisten ist Zeitgewinn.
Montag, 23. April
Anreise
Die diesjährige Uhren Spezial startet vom Boxenstop Auto- und Spielzeugmuseum. Um 7 Uhr macht sich der Boxenstop Komfortreisebus auf den Weg. Bereits ab 6 Uhr ist das Boxenstop für Sie geöffnet. Vor allem Gäste, die von weit auswärts kommen, genießen diese edlen „Wartehallen“. Bei einer ofenfrischen schwäbischen Butterbrezel und Kaffee vergeht die Zeit im Flug.
Über die Autobahn A81 vorbei an Zürich gelangen Sie Richtung Biel. Unterwegs servieren wir Ihnen unser beliebtes Bordfrühstück mit Kaffee, laden Sie um die Mittagszeit zu einem Picknick ein.
Ihr erstes Ziel ist La Montre Hermès SA. Diese Uhrenmanufaktur geht auf den Sattlermeister Thierry Hermès und damit auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Seit 1920 führt Hermès Uhren. 1978 eröffnete Hermès in Biel eine eigene Uhrenfertigung. Zunächst vorwiegend für Modelle mit Quarz, später auch mit mechanischen Werken. Der Besuch von Hermès ist der ideale Einstieg.
Am Nachmittag steuern Sie St. Imier, das Werksmuseum von Longines an. Die Geschichte dieser Edelmanufaktur, der „Compagnie des Montres Longines Francillon SA“ wie sie offiziell heißt, reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Im Museum werden Taschenuhren, Armbanduhren der verschiedensten Epochen, Chronographen, Navigationsinstrumente, aber auch einzigartige Werbeutensilien gezeigt. Von alltäglichen Stücken bis zu wahren Meisterwerken. Sie lernen dieses kleine aber äußerst feine Museum bei einer Führung kennen.
Für die letzten Kilometer nach Le Locle liegt bereits ausgiebig Gesprächsstoff aus. Sie übernachten im Hotel Drei König.
Bevor Sie dort einchecken, schaffen Sie vielleicht noch den Besuch bei Bergeon. Hier können Sie sich mit Uhrmacherwerkzeug kräftig eindecken. Wir geben jedenfalls unser Bestes, damit der Abstecher klappt!
Was isst Mann/Frau in der Schweiz? Fondue? Nicht schlecht. Wir laden am Abend dazu in ein für das Schweizer Jura typisches Restaurant ein.
Dienstag, 24. April 2012
Erste Raketen
Zweiter Urlaubstag
Sie haben hoffentlich gut geschlafen, viel geträumt. Auch von Uhren und der Zeit. Audemars Piguet in Le Brassus steht heute auf dem Programm. 1875 wurde diese Manufaktur von Jules-Louis Audemars gegründet. Sie befindet sich heute noch in Besitz der Gründerfamilien. Das ist einzigartig. Audemars Piguet haben sich auf Repetitionen, Chronographen und Kalenderuhren spezialisiert. Diese Ausnahmemanufaktur hat bereits 1915 das bis heute kleinste Uhrwerk mit Fünf-Minuten-Repetition vorgestellt. 1972 ist ein ganz wichtiges Jahr in der Firmengeschichte. Vor 40 Jahren wurde die Royal Oak, der Klassiker, vorgestellt. Die Royal Oak, eine vollkommen neuartige Sportuhr, gilt bis heute als Technologieträger des Unternehmens. 2004 hat Audemars Piguet Renaud & Papi in le Locle übernommen und damit seine führende Position als Spezialist für komplexe Mechanik ausgebaut.
Bei Audemars Piguet wird Fachwissen in verschärfter Form transformiert. Au Backe! Das wird spannend!
Am Nachmittag stechen Sie Richtung Genf, nicht auf direktem Weg. So ein kleiner Abstecher in den Schweizer Jura und entlang des Genfer Sees kann wahrlich nicht schaden.
Sie übernachten in einem guten Mittelklassehotel im Raum Genf.
Mittwoch, 25.April
Weitere Raketen
Dritter Urlaubstag
Genf, die traditionsreiche Stadt der Calvinistischen Reformation ist wohl die anziehendste und meistbesuchteste Stadt der Schweiz. Sie ist Treffpunkt internationaler Begegnungen auf höchster Ebene, Kongress- und Ausstellungsort und vor allem ein bedeutender Handels- und Industrieplatz. In Genf verbinden sich französische Lebensart und schweizerische Solidität.
Genf ist viel zu schade, als dass Sie es links liegen lassen können. Nein, das darf nicht sein. Deshalb halten wir den heutigen Morgen uhrlos, zeigen Ihnen dafür bei einer Stadtführung den Stadtteil Carouge von Genf. Diese charmante, malerische kleine Stadt vor den Toren von Genf besticht durch seine Architektur aus dem 18. Jahrhundert aus der Zeit der Aufklärung und seiner fröhlichen, südländischen Stimmung. Bei dieser Führung sehen Sie u.a. auch die Uhr mit dem längsten Pendel der Welt, immerhin 30 Meter lang. Mittwochs ist Markttag.
Wir laden Sie danach zu einem kleinen Snack ein. Das kann nichts schaden bevor Sie bei Hublot, einer der Granaten unter den Schweizer Uhrenmanufakturen, einlaufen. Hublot hat zwar eine junge Geschichte. Die Manufaktur wurde erst 1976 von Carlo Crocco gegründet. Aber sie gehört heute schon zu den Großen. Der erste große Erfolg war eine Armbanduhr, welche sich optisch an einem Bullauge (französisch „Hublot“) orientiert.
Hublot hat ein neues Kapitel in der Geschichte der Uhrenherstellung aufgeschlagen, als das Unternehmen erster offizieller Zeitmesser und erste „offizielle Uhr“ der FIFA-Fußballweltmeisterschaft wurde. 2010 in Südafrika, 2014 in Brasilien, 2011 bei der Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Diese Bilanz lässt sich sehen.
Der gnadenlose Erfolg von Hublot ist eng mit dem Namen Jean-Claude Biver verbunden, der seit 2004 dieser Marke als Direktor vorsteht. Monsieur Biver ist ein sehr kreativer Mensch, geht gerne neue Wege. So nutzt er für Gehäuse aber auch für Werke neuartige Materialien wie Carbon oder Legierungen aus Magnesium und Aluminium. Und weitere Zusatzstoffe, die selbstbewusst „Hublonium“ genannt werden.
Der Besuch bei Hublot gehört zu den Höhepunkten aller bisher von Boxenstop veranstalteten Uhren Spezial. Aber der Besuch wäre uns zu wenig. Uns liegt die Zusage vor, dass Jean-Claude Biver das Abendessen mit Ihnen zusammen einnehmen wird.
Wir wollen doch noch ein paar Worte zu diesem 63-jährigen Erfolgsmenschen verlieren. Biver war zunächst bei Audemar Piguet beschäftigt. Danach war er Direktor bei Omega. Dort fand er in Archiven die Markenrechte der Marke Blancpain. Er kaufte mit einem Freund zusammen diese Marke und belebte wieder die Herstellung mechanischer Armbanduhren. 1992 verkaufte er Blancpain an seinen alten Arbeitgeber, die Swatch-Gruppe. Für ordentliches Geld. Das muss man neidlos anerkennen.
An dieses Abendessen mit diesem außerordentlich bemerkenswerten Menschen werden Sie sich gerne noch lange zurückerinnern. Denn mehr Wissen können wir Ihnen fast nicht bieten.
Donnerstag, 26.April
The final Countdown
Vierter Urlaubstag und Heimreise
Der gestrige Tag ist fast nicht zu toppen. Das müssen wir fairerweise zugeben. Obwohl der letzte Tag ebenfalls nochmals richtige Kracher bietet. Zum Beispiel Dubois Dépraz. Ein Unternehmen, das 1901 gegründet wurde. Von Anfang an spezialisierte man sich in Le Lieu auf Komplikationen, besonders auf Repetitionen. Ein besonderes Highlight hat Rejnold Dubois geschaffen. Denn er hat mit der Entwicklung einer Chronographenmechanik mit Kurvenscheibe das bis dahin ausschließlich verwendete Schaltrad überflüssig gemacht.
An den Besuch von Dubois Dépraz schließt sich Pierre DeRoche an. Diese Uhrenmarke gehört ebenfalls der Familie Dubois. Sie ist mehr oder weniger ihr Technologieträger. Es erstaunt nicht, dass die Marke Pierre DeRoche mit außergewöhnlichen Komplikationen glänzt.
Irgendwann wird es Zeit, das Vallée de Joux zu verlassen. Und zwar in Richtung St. Imier. Dort besuchen Sie Peter Nikolaus, den Gründer der Marke Zeitwinkel. Peter Nikolaus hat seit 2008 mehr oder weniger in aller Stille ein eigenes Werk entwickelt und eine Manufaktur aufgebaut. Die Produkte von Zeitwinkel zeichnen sich von Anfang an durch hochwertige Komponenten aus. Der Chef des Hauses ist unheimlich Uhren-kompetent. Im Gespräch erfahren Sie, wie es mehr oder weniger innerhalb kurzer Zeit gelingt, eine Marke zu konzipieren, ein eigenes Uhrwerk zu entwickeln und einen Vertrieb aufzubauen. Kurzum: Wie es möglich ist, im Konzert der Großen mitzuspielen.
Ja, liebe Gäste der Uhren Spezial: Mit dem Besuch bei Zeitwinkel lassen wir’s bewenden. Sie haben in den letzten Tagen Interessantes, Spannendes gehört. So viel, dass es fast nicht zu schultern ist. Deshalb biegen Sie nach dem Besuch bei Zeitwinkel auf der Autobahn Richtung Tübingen ein. Am späten Abend erreichen Sie das geographische Zentrum von Schwaben.
Unsere Leistungen für Sie:
- 3 x Übernachten mit Frühstücksbüffet in guten Mittelklassehotels
- 1 x Fondueessen in einem schönen Restaurant
- 2 x Abendessen im Hotel
- Diverse Manufakturführungen:
- La Montre Hermès, Werksmuseum Longines, Audemars Piquet, Hublot, Dubois Dépraz, Pierre de Roche, Zeitwinkel
- Stadtführung Carouche
- Bordfrühstück
- Mittagspicknicks
- Kaffee und Kuchen
- Reiseleitung Michael Horlbeck
- 4-Sterne Komfortbusreise nach gbk
Ihr Reisepreis:
- Pro Person im Doppelzimmer € 795,--
- Einzelzimmerzuschlag € 90,--
