Sie sind hier: Start » Reisen » Reisen - Terminkalender » Komfortbusreisen » 16.-20.05.2012 Mille Miglia

Mille Miglia

Mille Miglia 
Komfortbusreise 
16. bis 20. Mai 2012 

Mille Miglia - Ein Muss. Alljährlich. Auch für`s Boxenstop Team und seine Gäste. Im Komfortreisebus oder im Old-/Youngtimer. Das ist eigentlich egal. Viele wollen dabei sein, wenn 370 Teams am Donnerstagabend Brescia den Rücken kehren und in die Nacht hinausdüsen Richtung Rom. Und gut zwei Tage später wieder in Brescia zurückerwartet werden. 

Die Zahl 7 spielt im langen Leben der Mille Miglia eine wichtige Rolle. 1927 ist der Startschuss zum ersten Mal für dieses Rennen durch Italien gefallen. Mille Miglia. 1957 wurde die Zielflagge vorübergehend zuletzt gezeigt. In diesem Jahr war die Mille Miglia zum vergessen. Sie war durch schwere Unfälle überschattet, bei dem Alfonso de Portago mit seinem Ferrari und zahlreiche Zuschauer ums Leben gekommen sind. 

Seit 1977 dröhnen die Motoren wieder, tragen den einmaligen Sound der Mille Miglia auf die große Schleife. Im Gegensatz zu den ersten dreißig Jahren nicht mehr als Rennen. Sondern in einer sogenannten Gleichmäßigkeitsfahrt. Die meisten Teams bewerten diese Prüfungsaufgabe allerdings äußerst nachlässig, geben unterwegs kernig Gas. So wie früher. 

Daimler Benz hat Mille Miglia Geschichte geschrieben. Eine ganz großartige sogar. Oder besser: Schreibt sie alljährlich. 1955 haben zwei Briten ihren Namen verewigt, unsterblich in den Asphalt gebrannt: Stirling Moss und Dennis Jenkinson. Sie markierten eine Bestzeit für die Ewigkeit. Sie wird nie mehr zu erreichen sein. Sie haben die 1600 Kilometer auf ihrem Mercedes Benz 300 SLR, Start Nr. 722, in sage und schreibe gut 10 Stunden heruntergerissen. Sie erzielten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 157 km/h. Diese Bestmarke stellt heute noch jedem Kenner die Nackenhaare. Die Straßen waren seinerzeit zwar für den restlichen Verkehr gesperrt. Ihr Zustand war zum Teil hundsmiserabel. Die Kurven, ja die vielen Kurven gab`s schon immer. Wie heute. 

Daimler Benz hat schon immer mächtig Präsenz gezeigt. Vor allem nach dem Krieg. Der unvergessene Rudolf Caracciola, der große „Caratsch“, war 1952 am Start. Mit einem Mercedes Benz 300 SL Prototyp Fahrgestell Nr. 5. Rohraum, Aluminiumkarosserie, silberglänzend mit blauer Folie beklebt. Von diesem Auto könnte sich Lady Gaga beim Schminken inspirieren lassen. Caracciola erreichte seinerzeit den 4. Platz. Bei der Panamericana in Mexico Wochen später, kam Chassisnummer 5 auf Platz 2. Hinter den Gesamtsiegern Karl Kling/Hans Klenk, ebenfalls auf Mercedes Benz 300 SL Prototyp. Zwei Jahre später brachte Daimler, wie wir Schwaben sagen oder Benz, wie es die Badener ausdrücken, mit dem Mercedes Benz 300 SL Gullwing, die Stilikone schlechthin, auf den Markt. Ein Traum war geboren. 

2011 musste Chassisnummer 5 bei der Mille Miglia wieder ran. Und trotz seines hohen Alters erneut den Weg nach Rom und zurück unter seine Räder nehmen. Dieses Mal allerdings nicht in gut zehn Stunden. Nach 16 Stunden, verteilt auf 2,5 Tage erreichte das Auto um Mitternacht die Zeitkontrolle in Brescia. 

Das Team Joachim Schmid/Ulrich Bethscheider hat über seinen Einsatz in Chassis Nr. 5 einen klasse Bericht verfasst. Die erste Etappe wird am Donnerstagabend gestartet. Sie führt von Brescia entlang des Gardasees durch Verona nach Bologna. Das war im letzten Jahr eine Neuerung. Wird dieses Jahr beibehalten. Nach 258 Kilometer, morgens um 2.00 Uhr, wird der Motor abgestellt. In Bologna steht der Start um 8.00 Uhr an. Allein schon die Startprozedur ist ein nachdrückliches Erlebnis. Mit einem silbernen Knopf wird der Anlasser betätigt, der den 170 PS starken 6-Zylinder in Schwingungen bringt. Zuerst entweichen dem dicken Auspuff, der direkt neben dem Beifahrer nach außen dringt, klatschende Geräusche. Plötzlich erhebt das Triebwerk sein dröhnendes Lied. Schallisolierung erscheint als Fremdwort. Der gesamte Fahrkomfort definiert sich über kleine leichte Sitzpolster. Am Lenkrad muss kräftig gedreht werden. 1000 Meilen in Italien ersetzen jede Mucki-Bude. Die Bremsen wollen mit kräftigem Druck auf`s Pedal zur Arbeit gezwungen werden. Sonst verweigern sie den Dienst, geht nichts. 

Besonders anstrengend, wenig erquicklich, sind die vielen Ortsdurchfahrten. Dort mutiert der Flügeltürer zur Sauna. Das Kühlwasser köchelt mit 100 Grad vor sich hin. Im Innenraum schmoren die Insassen im eigenen Saft bei etwa 50 Grad. Selbst kurzfristiges öffnen der Flügel bringt wenig Abhilfe. So schnell kann die Hitze gar nicht entweichen. Im Flügeltürer wird geschwitzt, wird von den Insassen Mineralwasser in größeren Mengen verbraucht. 

Anscheinend stellt die Auffahrt ins Fürstentum San Marino mit seinen verwinkelten Gassen, eine tierische Belastung für Mensch und Maschine dar.  

Am Samstag geht`s von Rom zurück nach Brescia. Das bedeutet 700 Kilometer vor allem durch die Toscana, dem wohl schönsten Streckenabschnitt der Marathonfahrt. Kurz vor Bologna warten die Pässe Radicosa und Futa, die knapp an der 1000 Höhenmeter Marke kratzen, auf den stattlichen Tross. Kurve um Kurve schrauben sich die Teams über den Apenin. Danach, die letzten 200 Kilometer, geht`s mehr oder weniger langweilig geradeaus durch die Poebene nach Brescia. Auch die Italiener haben mittlerweile ihre Vorliebe für Kreisverkehre entdeckt. Ein Kreisverkehr nach dem anderen hemmt die zügige Fahrt. Die Italiener sind auch nicht mehr das, was sie waren, schon ganz ordentlich weich gespült. 

Die Mille Miglia moderner Prägung ist kein Zuckerschlecken. Sie fordert Mensch und Maschine im besonderen Maß. 

Nach diesem richtigen Geschmacksverstärker dürfen Sie sich nunmehr auf das Reiseprogramm der Komfortbusreise freuen.

 

Dienstag, 15. Mai
Mille Miglia Abend 

Die Komfortbusreise zur Mille Miglia startet erst am Mittwoch. Im Boxenstop werden jedoch bereits am Dienstag die Startvorbereitungen getroffen. Für unsere Gäste. Viele wohnen von Tübingen so weit entfernt, dass sie bereits Dienstag in das geographische Zentrum Baden-Württembergs anrücken. Am Mittwoch müssten sie viel zu früh, in aller Herrgottsfrühe, aus den Federn. Und weil so viele Gäste bereits am Vorabend in Tübingen sind, laden wir ins Boxenstop zum Mille Miglia Abend ein. Natürlich alle Gäste. Auch die aus der näheren Umgebung. Bei italienischem Wein und selbstredend italienischen Speisen, gibt`s ein großes Hallo. Viele sehen Bekannte, mit denen sie schon bei der einen oder anderen Boxenstop-Tour unterwegs waren. Einige reisen zum ersten Mal mit. Sie bleiben aber nicht lange unter sich. Keine Sorge. Der Anschluss gelingt problemlos. Boxenstop führt Menschen zusammen. Das meinen wir ganz ernst. 

Zu diesem Abend sind selbstredend auch die Gäste, die im eigenen Old-/Youngtimer gen Italien reisen, eingeladen. Regelmäßig wird dann verabredet, wer mit wem am nächsten Morgen gemeinsam die Alpen unterbuttert. 

Der Mille Miglia Abend würde einem Arzt tiefe Sorgenfalten in seine Stirn furchen. Denn die Fieberkurve mancher Gäste schnellt merklich nach oben. Sie werden heiß. Das Kommende ist zum Greifen nahe. Da hilft kein Medikament. Allerhöchstens Vino Rosso. Salute! 

Der Mille Miglia Abend war bisher immer ein Auftakt nach Maß. Das wird er sicher auch 2012.

 

Mittwoch, 16. Mai 

Endlich, endlich, das Warten ist vorbei. Um 7.00 Uhr fällt der Startschuss vor dem Boxenstop. Wir öffnen bereits um 6.00 Uhr unsere Pforten, damit Gäste, die von weiters her kommen und meist einen Puffer einbauen, gemütlich warten können. Bei Kaffee und frischen Brezeln dürfte das kein Problem sein. Die PKW`s unserer Gäste können im naheliegenden Universitätsparkhaus geparkt werden. Boxenstop übernimmt die Kosten. Das ist Ehrensache. 

Um 7.00 Uhr geht`s endgültig los. Über die Autobahn A 81 führt der Weg Richtung Süden. Nach der Deutsch/Schweizer Grenze vorbei an Schaffhausen und Winterthur, stellt sich Zürich, die Kantonshauptstadt mächtig in den Weg. Die größte Stadt der Schweiz, gleichzeitig auch eine der schönsten, weist eine gepflegte Tradition aus. Über eine Million Gäste pro Jahr können sich nicht irren, wissen die Reize dieser am Zürich See und am Limmat gelegenen Stadt, zu schätzen.  

Sie alle kennen Zürich. Aber haben Sie es schon mal bei einer Stadtführung persönlich kennengelernt? Heute Morgen haben Sie die Gelegenheit. Bei einer einstündigen Stadtführung können Sie Zürich „schnuppern“. 

Bevor Sie in die Schweiz kommen, haben Sie längst unser beliebtes Bordfrühstück mit Kaffee genossen. Bleiben wir beim Essen: Nach Zürich, am Vierwaldstättersee, laden wir zu einem warmen Imbiss ein. Über den Gotthard, vorbei an Lugano, klopfen Sie in Italien an. Beim anklopfen wird`s nicht bleiben. Sie treten herein. Und zwar voll satt. Ihr erstes italienisches Ziel ist ein Knaller, der nahtlos zur Mille Miglia passt. Sie besuchen das Alfa Romeo Museum in Arese nahe Mailand. Wenn Sie vor dem Betonbau vorfahren, stellen Sie sich möglicherweise erstaunt die Frage: Was, hier soll die großartige Geschichte von Alfa Romeo dargestellt werden? Machen Sie sich keine Sorgen. Im inneren schlummern die Schätze wie bei vielen Menschen auch. Alfa Romeo wird Sie begeistern. Die über 100jährige Geschichte zieht Sie in Ihren Bann, lässt Drähte für die nächsten paar Tage glühen. 

Wenn Ihr Herz für italienische Marken schlägt, müssen Sie sich bei Alfa Romeo losreißen. Aber auch die anderen, wenigen „herzlosen“ Gäste, werden sich bei diesen tollen Preziosen wohl fühlen. 

Am späten Nachmittag nehmen Sie die restlichen Kilometer an den Gardasee unter die Räder. Die Boxenstop Gäste übernachten, wie in den Jahren zuvor, im 4-Sterne Grand Hotel Gardone in Gardone Riviera. Dieses Hotel liegt malerisch am See, fast keinen Steinwurf vom Wasser entfernt. Alle Zimmer haben Seeblick. Einen ganz tollen. Im Grand Hotel Gardone haben sich unsere Gäste bisher immer äußerst wohl gefühlt. Das wird so bleiben. 

Am Abend laden wir zu einem ersten Mehrgängemenü ein. Die Küche passt. Der Service spielt große italienische Oper. In vier Akten.

 

Donnerstag, 17. Mai
Zweiter Mille Miglia Tag
Start 

Sie haben hoffentlich gut geschlafen, möglicherweise auch geträumt von roten, grünen, silbernen Autos? Von Ferrari, Maserati, Jaguar, Porsche, Daimler Benz? Ungeduld ist heute Morgen nicht (mehr) angesagt. Nur noch kurze Zeit trennt Sie vom Reich der Träume. 

Sie bedienen sich vom Frühstücksbüffet, genießen nochmals den angenehmen Komfort  des Grand Hotels, bevor Sie sich Richtung Brescia auf den Weg machen. Im Außenbereich von Brescia passieren Sie die Mercedes Benz Vertretung Bonera, das traditionelle Basislager der Schwäbischen Mille Miglia Akteure. Möglicherweise gibt`s hier bereits den ersten Stopp. Den zweiten gibt`s mit Sicherheit an der Statione von Brescia. Hier verlassen Sie den Komfortreisebus, ziehen auf kurzen Bahnen ins Herz der Stadt und damit zur Mille Miglia. In der Altstadt herrscht ein irrsinniges Treiben. Auf gut Schwäbisch „es ist obacha viel los“. Der Tross der Mille Miglia Teilnehmer zieht ein, hält Hof. Mehr oder weniger an jeder Ecke parken die Stars. Die einen warten ganz gelassen auf das Kommende, richtig cool, andere lassen sich dezent bewundern, wieder andere geben sich ganz wichtig, also wirklich ultrawichtig. Bei ihnen könnte man sogar den Eindruck gewinnen, dass ohne sie die Mille Miglia nicht über die Startrampe käme. So geben sie sich zumindest. 

Die Bandbreite der Autos ist grandios. Startberechtigt sind ausschließlich Fahrzeugtypen, die bei der historischen Mille Miglia einst teilgenommen haben. So heißt es zumindest offiziell. Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings gemunkelt, dass die einst strenge Linie etwas aufgeweicht sei. Wir wissen`s nicht. Ist auch nicht entscheidend. Die Stars sind natürlich die hubraumstarken Rennsportwagen mit ihren 6-, 8-, oder 12-Zylindern. Keine Frage. Aber die Helden geben sich äußerst bescheiden mit 1-, 2- oder 4-Zylinder. Zum Beispiel die BMW Isetta, Fiat Topolino, VW Käfer, die kleinen Sportwägelchen von Stanga und Moretti. Die Mille Miglia ist schon mit den großkalibrigen Fahrzeugen eine Herausforderung. Was mag da erst mit diesen hubraumkleinen „Furzkistle“ sein. 

Augen und Ohren kommen auf ihren Geschmack, wenn in den engen Gassen ein Rennmotor mit 12-Zylinder laut aufjault. Das ist schon etwas Besonderes. Aber Hallo! 

Boxenstop ist in manchem mit dem neuen Veranstalter nicht einig. Aber die markengeordneten Parkplätze mit denen er in Brescia sticht, sind ein echter Gewinn. Sie dienen der Marken-Orientierung. Die Boxenstop Gäste können sich mit den anderen Besuchern zusammen gut orientieren. 

Brescia ist einer der Höhepunkte der Mille Miglia. Keine Frage. Für viele sogar der Höhepunkt. 

Boxenstop hat seit Jahren seine Mille Miglia Reise so angelegt, dass unsere Gäste sich ein abwechslungsreiches Bild machen können. In Brescia stehen die Fahrzeuge. In San Marino schleichen sie langsam durch die schmalen Gassen. In der Toscana trompeten sie auf freier Wildbahn lauthals heraus. Wow! 

Brescia ist viel mehr als die Mille Miglia. Die Geschäfte, Kaffees, Restaurants, putzen sich für diesen großen Tag mächtig raus. Wer auf italienische Mode steht – und das tun viele unserer Gäste – bekommt „ob des Angebots schier gar einen Vogel“. Ja, die Italiener, aber vor allem die Italienerinnen, haben einen tollen Geschmack, zeigen gerne bella figura. 

Sie schlendern in den Gassen zwischen den Autos hindurch, setzen sich immer mal wieder in ein Straßencafe und genießen dieses tolle Treiben.  

In Italien ist vieles anders als hierzulande. Nicht immer besser, aber bei der Mille Miglia eindeutig. So ein Auflauf, ein solch buntes Treiben ist einmalig, wird woanders nicht geboten und Sie sitzen in der ersten Reihe. 

Am späten Nachmittag wird`s ruhiger. Die Teams kehren der Altstadt vorübergehend den Rücken, fahren zurück zu ihren Hotels, stärken sich für die erste (Nacht-) Etappe. Diese Ruhe wollen wir allen gönnen. Auch unseren Gästen. Deshalb verlassen Sie Brescia, fahren weiter Richtung Südosten. 

Sie alle kennen den Spruch: „Never change a winning team.“ Auf Reisen bezogen „never change a successful organisation“ oder auf Italienisch „Squadra che vince non si cambia“.   

Was wollen wir damit sagen? Wir wollen Bewährtes beibehalten. Das Hotel Gardone am Gardasee, das Hotel Borgo San Luigi nahe Siena und das Hotel Primavera in San Marino. Alle samt 4-Sterne Hotels, in denen sich unsere Gäste im letzten Jahr sehr wohl gefühlt haben. Deshalb bleiben wir dabei: Diese Hotels sind unser Eckpfeiler. 

Sie übernachten in San Marino, unterhalb der nahen, auf einem Fels thronenden, Altstadt.

 

Freitag, 18. Mai
3. Mille Miglia Tag
San Marino 

Sie haben gestern von Brescia aus einen ordentlichen Streifen nach San Marino zurückgelegt. Sie haben Zeit gut gemacht. Die kommt Ihnen heute Morgen zugute. Sie können in aller Ruhe in den Tag starten. Sie bedienen sich wieder vom Frühstücksbüffet, könnten vor`s Hotel treten und auf die Mille Miglia Teilnehmer warten. Das wäre eine Möglichkeit. Nicht allzu spannend, aber immerhin. Was halten Sie von unserem Vorschlag? Sie fahren im Komfortreisebus zunächst wieder bergab Richtung Italien. Nach wenigen Kilometern passieren Sie Maranello Rosso, das Ferrari Museum des Römers Fabrizio Violati, der vor ein paar Jahren verstorben ist. Immer dasselbe: Die Besten gehen am schnellsten. 

Boxenstop hat Fabrizio Violati kennengelernt als Rennfahrerkollegen. Er war ein Playboy, keine Frage, hatte immer die schönsten jungen Frauen bei sich. Lies nichts anbrennen. Zumindest nicht auf der Rennstrecke. Er war in seinem Ferrari GTO oder SWB pfeilschnell, immer auf einem Podestplatz, meist dem obersten, geeicht. Fabrizio Violati hat eine tolle Ferrarisammlung und Abarthsammlung zusammengetragen. Die sollten Sie besuchen, in Ruhe bestaunen. Sie haben zwar nicht alle Zeit der Welt, aber für einen ausgiebigen Besuch im Maranello Rosso in jedem Fall. 

Später geht`s im Komfortreisebus zurück zum alten Teil von San Marino. Mit einer Seilbahn, der Funiculare, überwinden Sie bequem die letzten Höhenmeter. Keine 5 Schritte aus der Bergstation heraus stehen Sie auf historischem Geläuf. Nicht mehr lange, dann donnern hier die ersten Teilnehmer der Mille Miglia durch. Schon von weitem hören Sie das Röhren, das tiefe Brummen. Es kommt immer näher, wird immer lauter. Ja und dann, mehr oder weniger auf einem Sitz, defilieren an Ihnen 370 Fahrzeuge vorbei. Sichern Sie sich rechtzeitig einen Platz in einem Straßencafe. Sie nehmen Platz, lassen sich bedienen, keine Armlänge entfernt zuckeln die Mille Miglia Teilnehmer vorbei. Die Dramaturgie stimmt: In Brescia waren die Fahrzeuge geparkt, in San Marino werden die Autos aus dem perfekten Spiel von Kupplung und Gas langsam Richtung Marken auf den Weg gebracht. Und in der Toskana werden sie gejagt. 

Wir haben uns schon oft überlegt, San Marino gegen eine andere Lokation zu tauschen. Aber das wäre fatal. Wir würden dem zweiten Mille Miglia Tag den Stern kappen. Also bleiben wir einfach hier, zumindest so lange, wie der Spuk des Mille Miglia Tross anhält. Nach zweieinhalb Stunden ist alles vorbei, verziehen sich die Abgasschwaden aus den winkeligen Gassen, kehrt wieder Normalität ein. Für Sie ein untrügliches Zeichen: Es geht weiter Richtung Westen. Die Toscana ruft. Laut und deutlich. Vor allem das Hotel Borgo San Luigi in Monteriggione, nahe Siena. 

Dieses Hotel ist superklasse. Es liegt in einem riesigen, weitläufigen Park, fernab jeglicher Besiedelung, erst recht von Durchgangsstraßen. Das Borgo San Luigi ist kein Hotel im klassischen Sinn. Die Gästezimmer sind auf mehrere Gebäude verteilt. Mit etwas Glück haben Sie ein eigenes Häuschen. Ganz alleine für sich. Ist doch was. 

Zum Abendessen schlendern Sie durch den Park, geben sich wie Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart, wie Brigitte Bardot und Gunther Sachs, wie Claudia Cardinale und Adriano Celentano. Der Pool mit seinem beleuchteten Wasser, das Restaurant, die Anlage, der Aperitif, zu dem wir Sie einladen, alles zusammen wäre die ideale Kulisse für einen Hollywood Klassiker. Und Sie wären der Hauptdarsteller. Chapeau! 

Heute Abend könnte es später werden. Sie wollen einfach nicht ins Bett, sondern den lauen Frühjahrsabend in diesem tollen Ambiente bis tief in die Nacht auskosten. 

 

Samstag, 19. Mai
4. Mille Miglia Tag
Der Schnellste 

Hollywood Teil 2. Die filmreife Kulisse ist über Nacht nicht abgebaut worden. Alles ist stehen geblieben. Sie treten nahtlos in die Fußstapfen des gestrigen Abends. Sie genießen Ihr Frühstück vom Büffet. Im Freien unter warmer Sonne, direkt am Pool. Möglicherweise haben Sie auch schon etwas für Ihre Gesundheit getan und das Wasser richtig durchpflügt. 

Um die Mittagszeit verlässt die Mille Miglia Siena, düsen die Teams durch das Chianti Gebiet, für`s Boxenstop der schönste Streckenabschnitt. Nach Siena geht`s lange kurvenreich bergauf nach Castellina in Chianti. Über Panzano führt der Weg wieder hinunter nach Greve. Alles verbunden mit vielen Rechts- und Linkskurven.  

Sie lieben Italien? Wahrscheinlich. Sonst wären Sie ja nicht zur Mille Miglia mitgegangen. Das lebensbejahende, lockere Kommunikative, das Legere. Wir könnten mit Ihnen heute Morgen nach Siena gehen. Aber diese Stadt ist so mit Touristen übersät, dass Sie dort italienisches Leben nicht kennen lernen. Deshalb zieht`s nördlich nach Greve in Chianti. Hier findet samstags ein gnadenlos guter Wochenmarkt statt. Sie werden von italienischem Leben pur empfangen. Eigentlich sind es zwei Märkte. Ein klassischer Wochenmarkt auf dem historischen Marktplatz. Auf der anderen Seite des Städtchens mehr oder weniger ein veritabler Wochenmarkt. Sie haben eine Vorliebe für Terrakotta? Kein Problem, hier werden Sie fündig. Oder auf Wurst und Fleisch vom Wildschwein? Für schöne Keramik? Alles kein Problem. Beide Märkte sind eine ergiebige Quelle. 

Für`s Boxenstop Team ist mit diesem Marktbesuch kräftig „Stress“ verbunden. Denn hier wollen wir alle Lebensmittel einkaufen, die für`s mittagliche Picknick benötigt werden. Da kommt einiges zusammen. Zwar keine Zentner, aber einige gute Kilogramm an Wurst, Käse, Brot, Gemüse. So viel jedenfalls, dass wir immer auf fremde Hilfe beim Transport angewiesen sind. Das war aber in der Vergangenheit kein Problem. Wird es auch dieses Jahr nicht sein. Auf die Boxenstop Gäste ist Verlass. Sie geben tatkräftige Unterstützung. 

Wer nicht arbeitet, soll wenigstens gut essen. Getreu diesem Motto fahren Sie mitten in der Toscana einen wunderschönen Platz an. Direkt an der Straße der Mille Miglia Teilnehmer. Von weitem hören Sie schon die Motoren, den wilden Sound der Bugattis, Alfa Romeos, die teilweise wie ein Donnerschlag in den Weinbergen widerhallen. 

Wir sprachen bereits von der alljährlichen Präsenz von Daimler Benz. So auch in diesem Jahr. Jedes Jahr packt Michael Bock, der Chef von Mercedes Benz Classic den 300 SLR, mit der Startnummer 722, auf seinen Renntransporter. Und jedes Jahr muss das gute Stück laut durch die Gegend brüllen. Es handelt sich zwar nicht um das Stirling Moss Siegerauto. Dieses gute Stück hat im Mercedes Benz Museum seine letzte Heimat gefunden. Sondern um ein baugleiches Fahrzeug, glücklicherweise wieder Fahrgestell Nr. 5.  Mal sehen, wer dieses Jahr am Volant dieses PS Monsters dreht. Mikka Häkkinen, David Coulthard oder Jochen Maas. Schon von weitem robbt sich dieses Renntier mit lautem Geschrei heran. Der 8-Zylinder mit seiner desmotorischen Ventilsteuerung ist die schiere Wucht. Höchste Ingenieurskunst. In jedem Fall in diesem Revier total in seinem Element. Alles geht blitzschnell. Der silberne Renner zischt an Ihnen vorbei. Möglicherweise winkt Ihnen die Besatzung zu. Ganz sicher, wenn sie erkennen, dass es sich um die Boxenstop Gäste handelt.  

Sie bedienen sich vom Büffet, können und sollen nicht genug kriegen, genießen den roten Chianti, prosten den Teams zu, genießen das Sein. Ihr Sein. Einigen Teams sehen Sie die Strapazen deutlich an. Selbst die vermeintlich ganz Großen von Brescia, haben elegant die Kurve zum Irdischen genommen. Manche lassen`s richtig krachen. Vor allem die BMW 328 sind sauschnell unterwegs, demonstrieren das unglaubliche Potential des mittlerweile satt über 70-jährigen Materials.

Dann kommt die BMW Isetta. Nicht ganz so schnell wie die Sportwagen. Aber dafür mit mächtig Drehzahl. Der Kolben des 1-Zylinder legt zügig seinen Weg rauf und runter zwischen den beiden Totpunkten. Die Ventile schnattern, klappern, finden kaum mehr den Weg zurück auf ihren Sitz. Die BMW Isetta bietet den Stoff, aus dem Helden geformt werden. 

Viel zu schnell, nach zweieinhalb Stunden wird`s wieder ruhiger, kehrt der Alltag im Chianti Gebiet ein. Das Picknick vom Büfett ist weitgehend geputzt. Sie hält nun auch nichts mehr hier. Sie reisen zurück ins Hotel, nehmen wieder Ihre Rolle im Hollywood Film ein. Nicht allzu lange, aber doch mit Genuss. Heute Abend sind Sie aushausig, laden wir Sie in ein ganz spezielles toskanisches Speiserestaurant ein.   

 

Sonntag, 20. Mai
5. Mille Miglia Tag 

Final Countdown – Arrivederci. Das war`s. Schöne Tage liegen hinter Ihnen. Die Mille Miglia 2012 ist längst Geschichte. In Brescia wurde vor Stunden der letzte Teilnehmer abgewunken. Am Sonntagmorgen werden die Besten geehrt, bevor sich die Teilnehmer in alle Himmelsrichtungen aus dem Staub machen. Ein gutes Stichwort. Auch Sie treten heute die Heimreise an. Auf kurzem Weg und trotzdem dauert sie Stunden. Denn die 800 km wollen zurückgelegt sein. Vorbei an Florenz über den Apennin, Bologna, Mailand, grüßen Sie vor Lugano die Schweiz. Ihre italienischen Sprachkenntnisse können Sie weiter anwenden. Allerdings nicht mehr lange. Denn nach dem Gotthardtunnel wird „Schwitzerdütsch“ geredet. Gruezi! 

Vorbei an Zürich durch den Hegau geht`s zurück nach Tübingen. Gegen 23.00 Uhr läutet Ihr Schaffner die Endstation ein, parkt direkt vor dem Universitätsparkhaus. Danach geht alles ruck zuck. Koffer ausladen, Im PKW verstauen, verabschieden. Ein Küsschen dort, ein Küsschen da und – alles ist vorbei. Ciao, Arrivederci, Buona Notte!

 

Unsere Leistungen für Sie: 

  • 1 x Übernachten mit Frühstücksbüffet im Grand Hotel Gardone (4-Sterne) in Gardone Riviera inkl. Abendmehrgängemenü
  • 1 x Übernachten mit Frühstücksbüffet im Grand Hotel Primavera (4-Sterne) in San Marino inkl. Abendmehrgängemenü 
  • 2 x Übernachten mit Frühstücksbüffet im Hotelresort Borgo San Luigi (4-Sterne) in Monteriggioni inkl. 1 x Abendmehrgängemenü 
  • 1 x Abendmehrgängemenü in einem schönen Ristorante 
  • Stadtbesichtigung Zürich 
  • Eintritt Alfa Romeo Museum in Arese 
  • Eintritt Maranello Rosso Museum in San Marino 
  • Bordfrühstück 
  • Mehrmals Picknick / Kaffee und Kuchen 
  • Reiseleitung/Bordservice 
  • 4-Sterne Komfortbusreise nach gbk

Ihr Reisepreis:

  • Pro Person im Doppelzimmer                EUR  895,-- 
  • Einzelzimmerzuschlag                         EUR  180,-- 

Kontakt/Buchung

Ich interessiere mich für diese Reise. Bitte nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit mir auf.

Komfortbusreise zur Mille Miglia

Zum Ausschnitt aus unserem Magazin "Freizeit und Reisen" zum Download als PDF.

Das Boxenstop Fotoalbum der Mille Miglia