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120 Jahre Märklin Spur 1

120 Jahre Modelleisenbahn 

 

Das Thema der 

Modelleisenbahn-Sonderschau 2011 

im Boxenstop  sind  die Anfänge der Modelleisenbahn und deren Entwicklung.  Die erste Baugröße war die Spur 1, auch „Königsspur“ genannt. Sie hat den Maßstab 1 : 32 und eine Spurweite von 45 mm. Sie war die Innovation des Jahres 1891. Von der seinerzeitigen Märklin-Norm leiten sich alle nachfolgenden Modelleisenbahn-Baugrößen ab. 

Das erste Fahrzeug war eine Uhrwerk-Lokomotive (Federaufzug-Lokomotive) die als „Storchenbein“ bezeichnet wird. Schon 1895 kamen Lokomotiven hinzu, die spiritusbeheizt, also „echtdampfbetrieben“ waren. Im gleichen Jahr begann auch die „Elektrifizierung“ der Blecheisenbahn. Obwohl es in Göppingen erst ab 1900 ein Elektrizitätswerk gab, wurde schon 1895  die erste elektrische Märklin-Straßenbahn vorgestellt.

Die völlig „ungefährliche“, aber leider nur mit begrenztem Spielwert ausgestattete Antriebsart, das Uhrwerk, wurde von den spiritusbeheizten Maschinen in den Hintergrund gedrängt um dann schließlich selbst zugunsten des elektrischen Antriebs an Bedeutung zu verlieren.

Die ersten elektrischen Modelle waren sogenannte Starkstrom-Lokomotiven, das heißt, sie wurden mit der vollen Netzspannung, nur abgesichert durch zwei Vorlampenwiderstände, betrieben. Doch schon 1926 war die Technik soweit, dass von Größe und finanziellem Einsatz her das 20-Volt-System Einzug halten konnte. Ab der Zeit durften elektrische Eisenbahnen nur noch mit Transformatoren, die 20 Volt Ausgangsspannung hatten, betrieben werden. Ein großer Schritt in Richtung populäres Hobby war getan.

Aber auch andere Fortschritte werden gezeigt. Zuerst war die Lokomotive mehr oder weniger abstrakt nachgebildet. Wichtig waren Kamin, Kessel, Führerstand und die Farben. Baureihenzuordnungen waren nur mit viel Fantasie möglich. Das war anfangs auch gar nicht beabsichtigt, denn es war in erster Linie ein Spielzeug für Kinder. 

Der erste konsequente Schritt von Märklin zum erkennbaren Modell war die Lokomotive mit Nummer H 1021 von 1908. Sie war, sofort erkennbar und auch für heutige Maßstäbe unzweifelhaft, die Nachbildung der im Vorbild seinerzeit hochmodernen Baureihe C der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen. „Die schöne Württembergerin“ war gut getroffen, aber zumindest in Deutschland ihrer Zeit weit voraus. Der Verkaufserfolg blieb aus, die Spielzeuglokomotiven waren erfolgreicher. Die Eisenbahn in Miniatur war in Deutschland für Kinder. Erwachsene wollten oder konnten sich nicht dafür begeistern. Es war nicht „in“ das „Kind im Manne“ auszuleben und schon gar nicht zu zeigen. 

Anders war das im benachbarten Ausland. Allein die Lokomotiven des „PLM-Typs“, mit gleicher Achs-Anordnung wie die „Schöne Württembergerin“, wurden in Frankreich zu wahren Verkaufsrennern. In Deutschland war erst zwei Jahrzehnte später derselbe Trend zu erkennen. Deshalb werden die 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts als die „Modellzeit“ im Märklin-Angebot der großen Spuren bezeichnet. Klingende Namen wie „Krokodil“ und „Schienenzeppelin“ gehörten plötzlich zum Wortschatz der erwachsenen Modellbahn-Hobbyisten. Der Verkaufserfolg der Miniatur-Fahrzeuge hing fortan vom Grad der Ähnlichkeit zu den großen Maschinen ab. 

 

 

Die Märklin-Lokomotive mit Nummer H 1021 von 1908 war, sofort erkennbar und auch für heutige Maßstäbe unzweifelhaft, die Nachbildung der im Vorbild seinerzeit hochmodernen Baureihe C der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen.